Istanbul von Erdbeben bedroht
Istanbul. Es ist keine Neuigkeit, dass die Millionenmetropole am Bosporus stark durch Erdbeben gefährdet ist (vgl. junge Welt vom 30.12.2025). Nun warnen Experten jedoch davor, dass die Gefahr für die türkische Hauptstadt deutlich größer ist als gedacht. Die seismische Aktivität in der Region ist aufgrund der dort verlaufenden sogenannten Nordanatolischen Verwerfung generell hoch, denn dort stoßen die kleine Anatolische und die große Eurasische Platte aneinander und bewegen sich horizontal aneinander vorbei (Transformstörung). Dabei verhaken sich die Platten immer wieder, die aufgestaute Spannung entlädt sich in Erdbeben. Istanbul liegt quasi direkt über dieser tektonischen Bruchlinie. Die seismische Lage wurde von Marco Bohnhoff vom GFZ – Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam in einem Beitrag für das Geophysical Journal International im Juli neu bewertet. Nicht nur sei die Verwerfung kritisch »geladen«, ein Beben könnte auch besonders heftig ausfallen, da es sich nicht um eine durchgehende Verflechtung handelt, sondern um ein ganzes Geflecht tektonischer Störungen. In der Folge könne es bei einem Erdbeben zu einer sich verstärkenden Kettenreaktion kommen. Möglich sind dann im Extremfall Magnituden bis zu 7,6 auf der Richter-Skala. (jW)
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