Anno … 43. Woche
1936, 25. Oktober: Das Deutsche Reich und Italien schließen während des Besuchs des italienischen Außenministers Galeazzo Ciano in Berlin einen geheimen Freundschaftsvertrag. Ein paar Tage später spricht Benito Mussolini in einer Rede erstmals von einer »Achse Berlin–Rom«. Das offizielle Bündnis der beiden faschistischen Staaten wird am 22. Mai 1939 geschlossen.
1941, 21. Oktober: Nachdem die 717. Infanteriedivision der faschistischen deutschen Wehrmacht bereits einige Tage zuvor Tausende jugoslawische Zivilisten als »Vergeltung« für Partisanenangriffe ermordet hat, kommt es in der viertgrößten serbischen Stadt Kragujevac abermals zu massenhaften Geiselerschießungen. Nach einer festgelegten Quote werden wahllos Zivilisten zusammengetrieben und erschossen. Innerhalb weniger Tage töten Soldaten der Wehrmacht 2.794 Menschen, darunter 300 Schüler und 18 Lehrer des örtlichen Gymnasiums.
1946, 20. Oktober: Bei den Landtagswahlen in der Sowjetischen Besatzungszone geht die seit April 1946 aus KPD und SPD entstandene Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) als stärkste Kraft hervor. Zählt man die Ergebnisse aus den Ländern Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen, kommt die SED auf insgesamt 47,5 Prozent der Stimmen. Einzig bei der Stadtverordnetenwahl in Großberlin zeigt sich ein anderes Ergebnis: Hier gewinnt die SPD deutlich mit 48,7 Prozent, während lediglich 19,8 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der SED machen, die somit hinter der CDU drittstärkste Partei wird.
1946, 22. Oktober: In der Sowjetischen Besatzungszone wird die »Aktion Ossawakim« durchgeführt. Dabei werden mehr als 2.000 deutsche Wissenschaftler und Ingenieure mit Erfahrung in der Militärtechnik zusammen mit etwa 4.000 Familienangehörigen in die Sowjetunion gebracht. Im Laufe der 1950er Jahre können sie nach Deutschland zurückkehren.
1951, 23. Oktober: In Hamburg treten 3.500 Hafenarbeiter in einen wilden Streik. Obwohl die Gewerkschaft ÖTV den Ausstand ausdrücklich ablehnt und ihn als ein »durch kommunistische Unruhestifter angezetteltes Unternehmen« bezeichnet, schließen sich bald 6.000 weitere Arbeiter an. Auch im Überseehafen von Bremen kommt es zu Arbeitsniederlegungen. Die KPD gründet am 27. Oktober einen Solidaritätsausschuss und unterstützt die Streikenden mit 140.000 D-Mark.
1956, 21. Oktober: Władysław Gomułka wird zum Vorsitzenden der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei gewählt. Sein Vorgänger Edward Ochab, der unter anderem den Inhalt von Chruschtschows »Geheimrede« öffentlichgemacht hatte, hatte das Amt nach dem Arbeiteraufstand in Poznań aufgegeben.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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