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Ärger wegen Peanuts
Die Deutsche Bank und ein Sportzentrum, dessen Pachtvertrag Ende 2026 ausläuft
Nach der Pleite eines Immobilienunternehmens, das bei Handwerksbetrieben offene Rechnungen in Höhe von rund 50 Millionen D-Mark hinterließ, bezeichnete der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG die Summe der Außenstände als »Peanuts«. Damit sorgte Hilmar Kopper 1994 für das »Unwort des Jahres«. Diese Episode wird dieser Tage anlässlich der Sorgen um die Zukunft des Sportzentrums der Deutschen Bank quicklebendig, wo es für das große Kreditinstitut in der Tat nur um Peanutsbeträge geht und um etwas guten Willen. Genauer: um einen sechsstelligen Betrag, damit dieses geräumige »Haus des Sports« mit Fitnessstudio, Dreifelderhalle, Squash-Courts und vielem mehr in Eschborn vor den Toren von Frankfurt am Main erhalten bleibt. Der Pachtvertrag läuft Ende dieses Jahres aus. Rund 5.000 Aktive, zumeist aktuelle oder frühere Bankmitarbeiter und Mitglieder des Vereins »DB Sport e. V.«, trainieren hier, halten sich fit und kommen nach der Arbeit sportlich zusammen. Auch Betriebssportler anderer Firmen, die über keine eigenen Sportanlagen verfügen, haben hier ein Domizil.
An sich sollte die Verlängerung der Pacht über 2026 hinaus für ein Unternehmen dieser Größenordnung eine Selbstverständlichkeit sein, das für 2025 einen Jahresgewinn von etwa 7,1 Milliarden Euro nach Steuern auswies und für die Namensrechte am »Deutsche-Bank-Park«, in dem die Frankfurter Eintracht ihre Partien in der Fußballbundesliga bestreitet, mal eben 100 Millionen Euro berappt. Wenn es jedoch um das beliebte und gut genutzte Sportzentrum für die eigene Belegschaft geht, dann zieren sich die Bosse und feilschen ums Kleingeld. Die betroffenen Sportler haben sich deswegen in einem Schreiben an Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG gewandt. Darin ist ebenso von der »Gefahr für die Reputation des Bankhauses« die Rede wie von der Forderung, »das unmittelbar bevorstehende Aus des Mitarbeitersports« abzuwenden, berichtete die Frankfurter Neue Presse.
Schlimm genug, dass die große Deutsche Bank AG ihr vormals unternehmenseigenes Sportzentrum nebst Gelände vor mehr als zehn Jahren überhaupt an die Firma Cilon verkaufte und damit eine Pachtära einleitete. Mit der zusätzlichen Konsequenz, Betrieb und Unterhalt des Sportzentrums an den betriebseigenen Verein »DB Sport« auszulagern – zunächst immerhin mit dem freundlichen Entgegenkommen der Bank, jährlich mit einer Million Euro zu unterstützen, womit der Verein zugleich seine Personalkosten für die Geschäftsstelle zu bestreiten hatte. Im Laufe der Jahre schwand dieser Zuschuss zusehends. Im Gegenzug nahmen die Erwartungen an den Verein zu, er möge finanziell autark werden. Das Ziel dahinter ist allzu deutlich: Die Unternehmenszentrale wollte die Kosten für das Sportzentrum reduzieren – oder womöglich komplett einsparen, falls eine Verlängerung des Pachtvertrages nicht zustande kommt.
Noch wird verhandelt, noch gebe es realistische Zukunftschancen, versicherten die Beteiligten. Er habe das Sportzentrum gekauft, damit es genau das bleiben kann, betont Cilon-Geschäftsführer Philipp Feldmann gegenüber der Frankfurter Neuen Presse. Das Sportzentrum müsse »am Leben bleiben«. Es gebe sowieso schon zuwenig Sport- und Schwimmhallen. Würde diese Einrichtung in Eschborn ihre Pforten schließen, »wäre das eine Option für den Breitensport weniger«. Indes bringt Rolf Vreden vom Verein DB Sport eine Summe zwischen 500.000 Euro und 750.000 Euro ins Spiel, um zunächst einmal bis 2028 über die Runden zu kommen. Für die Deutsche Bank wäre eine solche Summe buchstäblich Peanuts, für die rund 5.000 sportlichen Nutzer ein großer Segen.
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