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07.10.2026, 21:41:35
- → Kapital & Arbeit
Thüringen: Insolventer Porzellanhersteller in Kahla muss Betrieb einstellen
Erfurt. Die traditionsreiche Porzellanmanufaktur im thüringischen Kahla muss zum Jahresende den Betrieb vollständig einstellen - vor allem wegen nicht mehr tragbarer hoher Energiekosten. Im Insolvenzverfahren für die Kahla Porzellan GmbH habe »trotz monatelanger Gespräche mit potenziellen Investoren« keine tragfähige Übernahmelösung gefunden werden können, teilte Insovenzverwalter Rolf Rombach am Mittwoch mit. Der derzeit laufende Geschäftsbetrieb wird demnach »zum Jahresende geordnet auslaufen«. Rombach hob hervor, dass seit Beginn des Insolvenzverfahrens im März zahlreiche Investorengespräche geführt worden seien. Zuletzt fanden demnach intensive Verhandlungen mit einem türkischen Investor statt. Auch diese Gespräche seien jedoch ohne Ergebnis geblieben.
»Als Team haben wir bis zuletzt um den Erhalt von Kahla Porzellan gekämpft«, erklärte der Insolvenzverwalter. Leider bestehe jedoch keine Möglichkeit, »den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen. Dieses Ergebnis ist hart.« Belastet hätten den Betrieb insbesondere die hohen Energiekosten: Rund 150.000 bis 180.000 Euro betrugen demnach zuletzt die monatlichen Gaskosten. Hinzu komme, dass notwendige Preiserhöhungen am Markt nur sehr eingeschränkt durchsetzbar seien. Viele Kunden akzeptierten höhere Preise nicht oder nur in geringem Umfang. »Damit fehlt dem Unternehmen die wirtschaftliche Grundlage, um die energieintensive Herstellung von hochwertigem Porzellan in Deutschland kostendeckend fortzuführen«, erklärte der Insolvenzverwalter. Nach Angaben des MDR beschäftigte das Unternehmen zuletzt 96 Mitarbeiter.
In der DDR war das Porzellan aus Kahla einst in vielen Haushalten präsent. Ein erheblicher Teil der Produktion wurde exportiert. Zum VEB Kombinat Feinkeramik Kahla mit über 15.000 Beschäftigten gehörten zahlreiche Betriebe vor allem im thüringisch-sächsischen Raum, die fast alle nicht mehr existieren. In Kahla wurde seit über 170 Jahren Porzellan hergestellt. (AFP/jW)
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