Umringt von Müllbergen
Der Geruch von Abfall begleitet die Menschen in Gaza-Stadt Tag und Nacht. Der Firas-Markt, einst einer der bekanntesten der Stadt, ist zu einer riesigen Mülldeponie geworden
Der Firas-Markt war einst der bekannteste von Gaza-Stadt, ein geschäftiges Wirtschaftszentrum und ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Im Verlauf des Krieges hat sich der Markt jedoch in eine riesige Mülldeponie verwandelt. Der Müllberg hat eine Höhe von rund 13 Metern erreicht – etwa 370.000 Kubikmeter feste Abfälle haben sich auf dem Gelände angesammelt. Das hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Anwohner.
In der Umgebung der Deponie geht das Leben jedoch weiter. Hier, wo sich der Gestank des Mülls mit dem täglichen Kampf ums Überleben vermischt, bemühen sich die Bewohner, sich an Lebensbedingungen anzupassen, die durch den Krieg und wiederkehrende Krisen geprägt sind. Der sich anhäufende Abfall ist Teil des Alltags geworden. Die Menschen leben, bewegen sich und versuchen weiterhin, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen – umringt von Müllbergen.
Die Menschen holen sich ihr Wasser aus einem Brunnen in der Nähe der Deponie, an deren Stelle sich einst der Markt befand – sie ist die größte Müllhalde im Gazastreifen. Israels Krieg zielt auch auf die Wasserversorgung, die Armee hat wichtige Infrastruktur zerstört. Wegen der Wasserknappheit und weil der Zugang zu sicheren Wasserquellen immer weiter eingeschränkt wird, sind die Bewohner gezwungen, nach alternativen Versorgungsmöglichkeiten zu suchen – trotz der damit verbundenen Gesundheitsrisiken.
Die Fotos dokumentieren nicht nur das enorme Ausmaß der Müllkrise, sondern auch deren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Der Alltag um den Firas-Markt spiegelt dabei die harte humanitäre und ökologische Realität in Gaza wider, beweist aber gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der Menschen, die entschlossen sind, ihr Leben trotz immenser Herausforderungen fortzusetzen. Für sie ist die Deponie mehr als ein Ort, an dem sich Müll ansammelt. Sie ist Teil der Umwelt geworden, in der sie gezwungen werden, zu leben, während der Zugang zu Grundbedürfnissen wie sauberem Wasser immer schwieriger wird.
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