Zum Inhalt der Seite
Axel-Springer-Award für Peter Thiel

Medial-militärischer Komplex

Springers Netzwerke: Waffenhandel, Volksverhetzung, Demokratieverachtung

Von Lena Müller
Foto: © Axel Springer SE 2026

Hetzkampagnen, Schulterschluss mit Antidemokraten, Waffengeschäfte – der Axel-Springer-Konzern ist unter Multimilliardär Mathias Döpfner und Friede Springer zu einem medial militärischen Komplex mutiert, von dem erhebliche Gefahren ausgehen. Zentral sind dabei die Verbindungen zu diversen US-Tech-Unternehmern, allen voran Palantir. So pflegt Döpfner beste Verbindungen zu Palantir-CEO Alex Karp – einem Mann, der offen erklärt, seine KI-Software diene dazu, »unsere Feinde zu verängstigen und sie gelegentlich zu töten«. Den Axel-Springer-Award wiederum erhält am Donnerstag der Palantir-Mitbegründer Peter Thiel – jener radikale Tech-Libertäre, der Demokratie und Freiheit für unvereinbar hält. Die gemeinsame Agenda: Im Interesse der USA und Israels Kriegshysterie schüren und Konflikte anheizen, um an autonomen Drohnen, KI-Systemen und Überwachungssoftware zu verdienen.

Die Drehtür zwischen Springer und der Rüstungsindustrie dreht sich derweil immer schneller: Ehemalige Bild-Chefredakteure machen heute PR für den Rüstungskonzern Helsing, Bild-Militärexperten wechseln direkt zu Herstellern von Kampfdrohnen. Sogar im Risikokapitalfonds von Döpfners Nachwuchs tauchen Thiel-Millionen auf, die flugs in militärische Drohnentechnologie fließen.

Medien als vierte Gewalt? Von wegen. Der Springer-Palantir-Komplex agiert als Speerspitze eines militärisch-digitalen Überwachungsstaates. Ziel ist die lückenlose Erfassung der Bevölkerung, gepaart mit medialen Rufmordkampagnen gegen politische Gegner. Ganz unverhohlen wird versucht, Wahlen zu beeinflussen, Koalitionen zu diktieren und demokratische Volksentscheide auszuhebeln.

Anzeige

Wenn Springer Thiel als Retter der »Resilienz von Demokratien« feiert, ist das Realsatire. Natürlich fällt in der Laudatio kein Wort darüber, dass Thiel jahrelang Kontakte zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein pflegte, der in israelischem Auftrag ein einzigartiges Missbrauchs- und Erpressernetzwerk aufbaute. Dass immer mehr deutsche Behörden die innere Sicherheit ausgerechnet in die Hände eines Konzerns wie Palantir legen, dessen Mitgründer Demokratie und Frauenwahlrecht, Sozialstaat und Gewaltenteilung verachtet, müsste eigentlich zu einem Aufschrei führen. Doch dank der medialen Dauerbeschallung aus dem Hause Springer empört man sich hierzulande lieber über angeblichen »Antisemitismus« und »Enteignungswahn« – während im Hintergrund Polizei und Geheimdienste nach US-Vorbild aufgerüstet werden, inklusive Befugnissen zum Hacken von Computern und zum Einsatz tödlicher Gewalt.

Schon Ende der 1960er Jahre bereitete die Hetze des Springer-Verlags den Nährboden für das Attentat auf Rudi Dutschke. Heute ist das Netzwerk aus Axel Springer, Palantir und künstlicher Intelligenz ungleich gefährlicher. Wer nicht in einem digitalen Endzeitfaschismus aufwachen will, sollte diesen medial-militärischen Komplex zerschlagen.

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen am 24.09.2026, Ansichten

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!