Nachschlag: Massenmord et al.
→ Unframe Festival. Sa., 14.30 Uhr, Berlin
Die Geschichte schreiben die Sieger oder sie können jahrzehntelang ihre dunklen Geheimnisse verschweigen. Den antikommunistischen Massenmorden in Indonesien fielen ab 1965 bis zu drei Millionen Menschen zum Opfer. Bekannt ist die Unterstützung der USA, die die Militärdiktatur rund um Suharto mit Geld und Logistik versorgten. Weniger bekannt ist die Rolle Westdeutschlands. In der neu aufgelegten Dokumentation von Hüseyin Doğru (ursprüngliche Fassung: »Indonesia’s 1965 Genocide«, 2021) werden Beweise für die Mitverantwortung der BRD aus Archivmaterial gezeigt. Als Remaster wurde der Film am Sonnabend auf dem Unframe-Festival in Berlin erstmals vorgestellt.
Die BRD unterstützte den antikommunistischen Militärkurs tatkräftig, was sich handelspolitisch bezahlt machte. Der BND bestreitet bis heute jegliche Involvierung. Auch in Indonesien werden die Täter bis heute in Ehren gehalten. Diese verraten voller Stolz vor laufender Kamera ihre Greueltaten. Dann erzählen die Opfer von ihren Erfahrungen. Storytelling, das unter die Haut geht. (kcl)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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