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Meinungsfreiheit

So sorry

Er hat die Hosen voll, kann aber auch nicht nichts sagen. Bei seinem ersten Konzert nach dem Ausschluss von Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm seiner US-Tour wegen propalästinensischer Äußerungen musste Popsternchen Ed Sheeran (35) etwas loswerden: Er sei es gewohnt, dass seine Musik kritisiert werde, sagte Sheeran am Sonnabend auf der Bühne in der US-Ostküstenmetropole Philadelphia (was man bei seinem Wohlfühlpop kaum gedacht hätte), »aber in dieser Woche habe ich Kritik zu etwas viel Wichtigerem bekommen, und ich musste schwierige Entscheidungen treffen, und ich mache Fehler, und es tut mir so, so leid.« Er sei in der »Mitte eines wichtigen und leidenschaftlichen Streits über die Redefreiheit und das komplexeste politische Thema des Planeten« gelandet.

Unangenehm. Schließlich, möchte man ergänzen, geht es für ihn bei der ganzen Angelegenheit um etwas viel Wichtigeres als Politik: nämlich ums Geschäft. Und weil das aufgrund der Aufregung der mit Palästina fühlenden Fans offenbar zu sehr zu leiden droht, gab Sheeran schließlich doch noch Einblick in sein nicht ganz so unpolitisches Seelenleben: »Was im Gazastreifen passiert, ist katastrophal und nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig.« Er trauere »angesichts des Ausmaßes der Zerstörung und des Verlustes des Lebens von Zivilisten und des Lebens von Kindern«. Auch die »systematische Ungerechtigkeit« im Westjordanland dürfe »nicht ignoriert werden«. Das vorherige Massaker an israelischen Zivilisten am 7. Oktober 2023 durch von der islamistischen Hamas angeführte Kämpfer vergaß er ebenfalls nicht zu erwähnen. Ob das die aufgebrachten Fans und israelfreundlichen Konzertveranstalter besänftigen wird?

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Es ist wie bei Peter Fox: Die Suppe tropft auf den Asphalt, mir wird schlecht, ich mach’ die Jacke zu, denn es ist kalt. (pm)

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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