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Wer lacht, wohnt im Rheinland
Der Westen feiert seine Dominanz. Betrachtet man Tabelle und Partien der dritten Liga im Fußball der Männer, weiß man, wohin die Reise geht. Was die Feierlaune des WDR erklärt. Dessen Sportredaktion Sport muss nach Gehirngewittern und einigen Kölsch der geniale Slogan »Die weste dritte Liga aller Zeiten« eingefallen sein. Wer lacht, hat recht, zumindest im Rheinland. Allein Nordrhein-Westfalen stellt acht Teams, darunter alte Ligahasen wie Duisburg, Essen, Viktoria Köln, SC Verl und Alemannia Aachen. Fortuna Düsseldorf und Preußen Münster müssen sich als Absteiger aus Liga zwei unfreiwillig einreihen, und da gibt es noch, last but not least, den direkten Aufsteiger aus der Regionalliga West, Fortuna Köln. Wie normal und schön, dass der Meister seiner Staffel direkt in den dritten Himmel kommt, ein Hochgefühl, das der Tabellenerste der Regionalliga Südwest ebenso alljährlich erleben darf; diese läuft mit sechs Mannschaften auf. Von den übrigen dreien (Nord, Nordost und Süd) müssen je zwei in die Relegation – gegeneinander. Resultat: Der Norden stellt anteilig zwei Teams, der Süden drei – und der Osten? Nur noch Hansa Rostock. Die Hoffnung, dass diese unfaire Regelung noch vor Jahresfrist begraben wird, stirbt zuletzt.
Für die Fußballaune rechts und links von Rhein und Ruhr ist die jetzige Ligakonstellation natürlich gut. Kurze Wege, ständig wöchentliche Derbys mit vollen Stadien und entsprechenden Einnahmen. So wie vergangenen Sonnabend das Knallerspiel der dritten Liga, das um die 50.000 Zuschauer, ein gutes Viertel davon Duisburger, in die Düsseldorfer Arena trieb. Obwohl beide Mannschaften schon ewig nicht mehr gegeneinander angetreten waren, schrie alles im Stadion: Rivalität! Die perfekt gestalteten Choreos, die noch einfallsreicher eingeschmuggelten Pyros, das fanatische Liedgut und die Duelle in synchroner Hüpftechnik – etwas für Genießer. Traditionell sind die Düsseldorfer die reichen Angeber, die Duisburger die armen Schweine, pardon, Zebras. Der Kontostand sah tabellarisch freilich anders aus. Zwölf Punkte aus vier Spielen machten den MSV zum Tabellenführer, während die Fortuna nach 17 Jahren in den oberen Etagen mit nur vier Punkten unter Entzug litt.
Die erste Hälfte war körperlich wild, aber fair. Doch außer drei Chancen durch Fortunas auffälligen Youngster Anas Slimani (19 Jahre) torlos. Nach Wiederanpfiff, also wirklich nach 17 Sekunden, knallte Ersatzstürmer Peter Remmert nach Vorlage von Jan-Simon Symalla (beide 21) den Ball vor den Augen der Duisburger Kurve eiskalt ins Düsseldorfer Tor. Plötzlich bestimmte der MSV das Spiel. Drei Fortuna-Wechsel sollten Abhilfe schaffen. Nach wildem Hin und Her erledigten die Joker als Trio tatsächlich den Anschlusstreffer. Ein nachlässiger Querpass der Duisburger Abwehr ermöglichte kurz vor Ende gar die Führung für die Fortuna (2:1) durch Erik Hottmann. Aufbäumen der Zebras bis zur letzten Minute der Nachspielzeit. Dann war Feierabend in Düsseldorf.
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