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Kleiner Klub ganz groß
Historisches in der MLB: Im 56. Jahr ihres Bestehens haben die Milwaukee Brewers ihre erste World Series gewonnen
Der kleinste Klub in der Major League Baseball (MLB) hat es geschafft. Im 56. Jahr ihres Bestehens haben die Milwaukee Brewers ihre erste World Series gewonnen. Die »Brew Crew« besiegte die Tampa Bay Rays mit 4:1 Partien, nachdem sie Spiel fünf der im Best-of-Seven-Modus ausgespielten Finalserie am Mittwoch abend (Ortszeit) im Tropicana Field in St. Petersburg, Florida, ebenfalls mit 4:1 für sich entscheiden konnte.
Sie schlugen die Rays in echter »Brewers fashion« – mit Disziplin, Präzision und Unnachgiebigkeit. Die ersten Gedanken von Cheftrainer Pat Murphy nach dem 4:1 galten aber den Fans, die zu zehntausenden nach Florida gereist waren oder sich bei Public Viewings unter anderem im heimischen American Family Field zusammengefunden hatten. »Sie haben uns da durch gepusht«, sagte Murphy gegenüber »mlb.com«. »Dieses Team von 2026 wird für immer in Erinnerung bleiben«, resümierte der 67jährige.
Ein ultimatives Lob gab es derweil von Rays Starting Pitcher Drew Rasmussen nach der Finalniederlage gegen sein ehemaliges Ausbildungsteam, für das er bis 2021 selbst gespielt hatte: »Das war das beste Team, gegen das ich je auf Major-League-Level gespielt habe«. Rasmussen stand in Spiel fünf nach nur drei Ruhetagen wieder auf dem Wurfhügel und warf, als ginge es um sein Leben. Vier Innings für einen Run und zwei Hits bei vier Strikeouts waren eine sehr gute Leistung, aber letztlich nicht genug, um die Brewers zu stoppen. Denn hinter Starting Pitcher Jacob Misiorowski, der nach sehr guten 5 2/3 Innings mit zwei Hits, einem Walk und zwei Strikeouts nur wegen Krämpfen ausgewechselt werden musste, gingen die Brewers bereits im zweiten Inning in Führung und ließen nichts mehr anbrennen. Mit Second Baseman Brice Turang auf der zweiten Base und Rightfielder Sal Frelick auf der ersten hackte Rookie-Shortstop Cooper Pratt einen Single so gerade über den Fanghandschuh von Rays Second Baseman Ben Williamson. Während die mitgereisten Brewers-Fans in ein langgezogenes »Coooooop« einstimmten, nutzte Turang die Chance und rannte den ersten Punkt aufs Scoreboard..
Im fünften Inning war es dann erneut Pratt, der mit seinem sechsten Hit in Folge einen neuen Rookie-Rekord für die World Series aufstellte, ehe er nach einem Single von Third Baseman David Hamilton das 2:0 nach Hause rannte. Erst Mitte Juli in den MLB-Kader berufen, hätte Pratt einen Abend zuvor in Spiel vier beinahe Geschichte geschrieben. Im zwölften Inning beim Stand von 2:2 hämmerte er einen kompromisslosen Homerun zur 3:2-Führung in die Ränge. Doch die Rays kamen noch mal zurück und erzwangen so Spiel fünf.
Pratts World-Series-Resümee ist derweil erstklassig: In fünf Partien sammelte der 22jährige acht Hits in 19 »At bats«, schlug dabei zwei Doubles und einen Homerun und trieb insgesamt sieben Runs über die Homeplate. Im sechsten Inning erzielten die Brewers zwei weitere Runs und bauten ihre Führung auf 4:0 aus. Captain Christian Yelich kam auf die erste Base, nachdem er von einem Pitch getroffen wurde, und Catcher William Contreras, der nach der Partie zum MVP dieser World Series gekrönt wurde, schlug ein Double, das Yelich zum 3:0 nutzte. Turang schlug ein Single, stahl die zweite Base und punktete schließlich nach einem »Sacrifice Flyball« von Pratt. Closer Trevor Megill machte im achten und neunten Inning bei einem zugelassenen Run dann schließlich den Deckel zu.
Mit einer 2:0-Führung nach engen und dramatischen Heimspielen im Gepäck hatten die Brewers am Montag in Spiel drei die Rays mit 10:1 an die Wand gespielt. Nach früher 2:0-Führung im dritten Inning fielen die Brewers im fünften Inning bei bereits zwei Outs mit sieben Hits in Folge über die Rays her und erzielten so acht Runs für den 10:0-Zwischenstand. Mehr als Ergebniskosmetik mit einem Run im neunten Inning war für die Rays nicht mehr drin. Spiel vier am Dienstag war dann ein echter Thriller, der über viereinhalb Stunden dauerte und erst in Extra-Innings entschieden wurde. Nach fünf Innings stand es 2:2. Das Unentschieden hielt bis ins zwölfte Inning, als Pratt mit dem bereits erwähnten Homerun die Brewers 3:2 in Führung brachte. Doch Einwechselwerfer Shane Drohan konnte die Führung nicht verteidigen. Centerfielder Jonny DeLuca schlug Pinch-Runner Cedric Mullins mit einem Single zum 3:3 über die Homeplate, ehe Ben Williamson mit einem Walk-off-Single Catcher Nick Fortes für den 4:3-Sieg der Rays nach Hause brachte.
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