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Festivalfilm

Gaza-Dokumentation feiert Weltpremiere in Venedig

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Regisseure Abraham (l.) und Szor (Venedig, 10.9.2026)

Venedig. Auf diesen Film war in Venedig mit Spannung gewartet worden: Die Regisseure des Films »No Other Land«, der weltweit auf den Festivals gefeiert wurde, haben bei den Filmfestspielen ihr neues Werk über den Gaza-Krieg präsentiert. Die Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor beleuchten in »NAZA« die Mechanismen hinter den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen. Die Filmemacher zeigen in der Dokumentation anonymisierte Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die detaillierte Einblicke in ihre Operationen geben. Sie wurden nachts auf Dächern in Tel Aviv befragt.

Der Titel »NAZA« bezeichnet demnach einen internen Code des israelischen Geheimdienstes. Dieser Begriff steht als militärisches Kürzel für die Anzahl von Zivilisten, die bei einem Angriff sterben. Die Aussagen der befragten Geheimdienstoffiziere dürften Aufmerksamkeit erregen. Sie erklären die technische und logistische Vorgehensweise bei der Zielerfassung in Gaza in einem auffallend nüchternen, bürokratischen Tonfall. Ein Offizier sagt am Anfang, er müsse anonym bleiben, weil er in Israel sonst ins Gefängnis käme.

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Die Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor sind israelische Juden. Abraham sagte: »Wir befassen uns mit einem System, von dem wir wissen, dass wir darin Privilegien genießen, dass wir darin eine gewisse Macht haben – einem System, das wir ablehnen und dessen Zustand wir für ungerecht halten –, um das, was wir aus unserer Position heraus tun können, zu nutzen.«

Als Produzent unterstützte unter anderem der britische Regisseur Jonathan Glazer (»The Zone of Interest«) das Projekt, zudem ist die britische Zeitung The Guardian beteiligt. »NAZA« konkurriert mit 20 anderen Filmen um den Hauptpreis des Festivals, den Goldenen Löwen. Mit dem Dokumentarfilm »No Other Land« gewannen Abraham, Szor und der Palästinenser Basel Adra mit weiteren Filmemachern bei der Berlinale 2024 den Dokumentarfilmpreis. Im Film geht es um die Räumung palästinensischer Dörfer im Westjordanland. Die damalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) sagte nach der Presiverleihung, ausdrücklich, dass sie nicht für Adra geklatscht habe. Adra und Abraham wurde nach der Veranstaltung aufgrund ihrer israelkritischen Rede Antisemitismus vorgeworfen. »No Other Land« gewann 2025 den Oscar für den besten Dokumentarfilm.

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Erschienen am 11.09.2026, Feuilleton

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