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Erinnerungspolitik

Verehrte Majestät

Kaiser Otto I. (912–973) ist am Dienstag im Magdeburger Dom nach der Sanierung seines bröckelnden Grabmals feierlich wieder beigesetzt worden. Seine Gebeine ruhen nun in einem neuen Titansarg, den die Künstlerin Silke Trekel gestaltet hat. Der Sarg wurde im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst und einen Festakt in den Steinsarkophag gesenkt, auf den später wieder eine Marmorplatte gelegt wird.

In den vergangenen Monaten wurde das Grabmal saniert. Zuvor waren erhebliche Schäden festgestellt worden, die Standfestigkeit war Experten zufolge in Gefahr. Wissenschaftler nutzten die Gelegenheit und untersuchten die Überreste im ebenfalls stark geschädigten Holzsarg innerhalb des Steinsarkophags. Zu den Ergebnissen gehört, dass es sich tatsächlich um die Gebeine des Kaisers handelt. Landesarchäologe Harald Meller sagte, weitere Forschungen mit Kooperationspartnern weltweit dauerten noch mehrere Jahre.

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Der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, sprach den Kaiser in seiner Festrede direkt mit »Sehr verehrte Majestät« an: »Wir schreiben Ihre Geschichte zu Ende und unsere Geschichte voran.«

Otto I. stammte aus dem Geschlecht der Liudolfinger und gilt als Neubegründer des Kaisertums in Nachfolge des Römischen Reichs. Magdeburg erhob er im Jahr 968 zum Erzbistum. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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