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Nachschlag: Determinismus

→ Helden der Wahrscheinlichkeit. Mo., 15 Uhr, Sky Cinema

Foto: Rolf Konow/Capital Pictures/IMAGO

Dieser Film endet nicht, er beginnt mit der Katastrophe. Otto nimmt einen Zug früher nach Hause, überlässt einer Frau seinen Sitzplatz, als der Zug entgleist, stirbt die Frau. Da er sein Leben damit verbracht hat, als Statistiker zu arbeiten, versucht er, den Tod mathematisch zu verarbeiten, sieht Zusammenhänge, wo Koinzidenzen sind. Es ist gerade dieser Wunsch nach äußerster Rationalität, der in die Irrationalität führt. Ottos Bild wird nicht bestimmt von dem, was er findet, es bestimmt, was er findet. Ein Verdächtiger ist dann auch bald gefunden. Gemeinsam mit dem Witwer der verunglückten Frau will Otto die vermeintlichen Hintermänner des vermeintlichen Anschlags dingfest machen. Ein Film letztlich darüber, dass es keine gute Idee ist, die vielschichtige, oft kontingente Wirklichkeit einer einzelnen Idee unterzuordnen. Leben findet ebenso zwischen den Kommastellen statt. Ein Film auch über Verschwörungstheorie als Ersatz für Theorie und über Theorie als Ersatz für seelische Bewältigung. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.08.2026, Seite 14, Feuilleton

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