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Pistorius reaktiviert Fürstenfeldbruck
Wittmund. Zur Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten für die Luftwaffe reaktiviert die Bundeswehr den Standort Fürstenfeldbruck in Bayern. Dies sei eine »wichtige und richtungweisende Entscheidung, gerade auch mit Blick auf den neuen Wehrdienst«, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Montag bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Wittmund. Damit werde ein alter Standort der Luftwaffe wieder in Betrieb genommen. Mit der Entscheidung für Fürstenfeldbruck gehe die Bundeswehr »einen weiteren Schritt für den kontinuierlichen Aufwuchs der Streitkräfte«, erklärte das Bundesverteidigungsministerium. (AFP/jW)
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Doris Prato 15. Juli 2026 um 10:25 UhrNicht zufällig weilte Boris Pistorius in Fürstenfeldbruck. In der bayerischen Stadt fand im September 1991, knapp ein Jahr nach dem Anschluss der DDR an das neue Großdeutschland, ein Symposium führender Vertreter der Industrie- und Bankenwelt mit hochrangigen Generälen der Bundeswehr statt, mit Exverteidigungsminister Ruppert Scholz an der Spitze, und beriet das neue Expansionsprogramm. Die Tagung verkündete die Rückkehr zu weltweiter Aggressionspolitik als Wiederherstellung der »Normalität« Deutschlands, umschrieb die Teilnahme am Kampf um den Weltherrschaftsanspruch als »Partner in Leadership« mit den USA. Unmissverständlich war von Militäreinsätzen der Bundeswehr out of Area die Rede, von ihrer Umstrukturierung zur Herstellung der Einsatzfähigkeit entlang einer 4.000 km langen EU-Außengrenze, der Bildung eigener Eingreifkräfte, die das »Selbstbestimmungsrecht« von Minderheiten und »unterdrückten« Völkern durchsetzen, sich der Gefährdung von Rohstoffzufuhr, der Begegnung von Immigrationswellen und diversen ähnlichen Problemen zuwenden sollten. Dazu wurde gefordert, mit Auschwitz und Holocaust Schluss zu machen und stattdessen »Nation und Vaterland« zum Inhalt zu erklären. In diesen Debatten wie verabschiedeten Denkschriften und ähnlichen derartigen Deklarationen wurde übrigens Klartext gesprochen, war von keinem Kampf gegen den Terrorismus die Rede. Dieser Vorwand wurde erst später mit dem 11. September 2001 geschaffen. Es ging in Fürstenfeldbruck nicht nur um die Revidierung der Nachkriegsordnung, sondern weiter zurückreichend auch um die des Ersten Weltkrieges. Davon zeugte die Konzeption der Zerschlagung Jugoslawiens, wozu die BRD dann mit der einseitigen Anerkennung Sloweniens und Kroatiens, gefolgt von Österreich und dem Vatikan, den Weg frei machte. Pistorius kann bilanzieren, dass das großdeutsche Expansionsprogramm erfolgreich verwirklicht wurde; u. a. mit der Teilnahme am NATO-Überfall auf Jugoslawien, der logistischen Unterstützung des USA-Überfalls auf Irak bis zum Einsatz in Afghanistan war die Bundeswehr in über 60 Ländern in Europa, Asien und Afrika im Einsatz. Heute steht sie in Litauen an den Grenzen Russlands und will sich nach einem Ende des Krieges in der Ukraine dort an der »Sicherung« der Ukraine beteiligen. In der Ukraine steht die BRD an der Seite eines Regimes, das seit 2014 unter aktiver Teilnahme von Neofaschisten regiert, dort die 2. Panzerdivision der SS »Das Reich«, die schrecklichste Verbrecherorganisation der Nazis im Zweiten Weltkrieg, verehrt wird, das bekannte faschistische »Asow«-Regiment offen erklärte, sein Ziel sei »der Schutz der weißen Rasse« durch die Schaffung eines Systems der »antidemokratischen und antikapitalistischen Nationalkratie« und die Ausrottung des »internationalen zionistischen Spekulationskapitals«. Präsident Wolodimir Selenskij persönlich ehrte den »Asow«-Kommandanten für sein »Heldentum« bei der Verteidigung von Mariupol.
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