Zum Inhalt der Seite

Nachschlag: Vom Satzbau

→ Quer. Do., 20.15, BR

Foto: Thomas Fuller/SOPA Images/IMAGO

Kaufen KI-Firmen wie z. B. Anthropic gerade massenhaft antiquarische Bücher auf, um damit ihre Sprachmodelle zu füttern? Das legt ein Bericht des Magazins »Quer« nahe. Da wunderten sich nämlich Händler wie Helmut Martin vom Antiquariat Am Roßacker aus Rosenheim über massenhafte Bestellungen von einer Firma namens Zoom Books. Vermutlich ein Zwischenhändler. Das Fatale an der Sache sei dabei, dass die angekauften Bände aus rechtlichen Gründen nach dem Scan vernichtet würden. Die Namen der Werke wie die »Braunkohlenarchäologie im Rheinlande« verwundern da nur anfangs. KI-Ethikerin Anna-Maria Brandtner sagt im Bericht, Bücher hätten eben einen viel höheren Standard als die mittlerweile ausgewerteten verfügbaren Texte im Netz. Die KI-Firmen seien daran interessiert, ihre Maschinen mit echten Büchern trainieren zu können, damit sie sinnvoll klängen. »›Die wenigen, die was davon erkannt’ (Goethe)«, heißt es bei Gottfried Benn, »wovon eigentlich? / Ich nehme an: vom Satzbau.« (mis)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 14, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!