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Fußball

Spieler aus Kap Verde konstatiert Rassismus im Fußball

Foto: Mike Stewart/AP/dpa
Sidny Lopes Cabral (M.)im Spiel gegen Spanien (Atlanta, 15.6.2026)

Miami. Vor anderthalb Jahren spielte er noch in Deutschland in der dritten Liga. Jetzt trifft der Linksverteidiger Sidny Lopes Cabral mit dem Außenseiter Kap Verde bei der Fußball-WM am Sonnabend auf Weltmeister Argentinien. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung klagt der 23jährige den im Fußball weiterhin grassierenden Rassismus an. Etwa, wenn schwarze Spieler aus Deutschland oder den Niederlanden nach dem Ausscheiden ihrer Teams in den sozialen Netzwerken angefeindet würden. »Es ist schlimm, dass das im Jahr 2026 immer noch passiert. Spieler vertreten ihr Land und werden trotzdem so behandelt. Das ist nicht akzeptabel«, sagte Lopes Cabral.

Der Spieler für Kap Verde wurde in Rotterdam geboren und kam mit 19 Jahren zum deutschen Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt. Über Viktoria Köln und den portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora wechselte er im Januar dieses Jahres zu Benfica Lissabon. Nach der WM wird er für rund zehn Millionen Euro zum türkischen Pokalsieger Trabzonspor weiterziehen.

Beleidigungen nach Champions-League-Eklat

In der Rückschau berichtet Lopes Cabral auch von rassistischen Ausfällen in Deutschland. »Weniger in Erfurt selbst. Aber bei Spielen kam es vor, dass ich rassistisch beleidigt wurde, zum Beispiel bei einem Spiel gegen Jena. Die Menschen in Deutschland wissen sicher, dass einige Fußballfans in ihrem Land sehr, sehr rassistisch sind«, sagte er.

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Im Februar dieses Jahres wurde Lopes Cabral zudem indirekt zu einem Opfer des Eklats, bei dem sein Benfica-Mannschaftskollege Gianluca Prestianni im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid den Brasilianer Vinícius Junior rassistisch beleidigt haben soll und danach gesperrt wurde.

Lopes Cabral wurde hinterher fälschlicherweise vorgeworfen, sein Trikot mit Vinicius Junior getauscht und sich dadurch illoyal gegenüber Benfica verhalten zu haben. »Man hat mich in vielen Nachrichten beleidigt, auch rassistisch beschimpft, Affe genannt. Ich habe irgendwann mein Handy ausschalten und die Kommentarfunktion unter meinen Posts deaktivieren müssen«, berichtete er. (dpa/jW)

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Erschienen am 03.07.2026, Sport

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