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WM-Kolumne

Keks

Gras

Foto: Tom Weller/dpa
Mindestens Merz mag ihn: Julian Nagelsmann

Es ist unerträglich. Diese patzigen, selbstherrlichen, schnöseligen, unfähigen, schnippischen, pampigen, überheblichen, jammerlappigen, herablassenden, hochnäsigen Luschen, Opportunisten und Lebenslügner segnen, zur Selbsteinschätzung nicht in der Lage, die Pleite in Verkennung einfachster empirischer Tatsachen nahezu kultisch ab – ich-kultisch, narzisstisch. Doch, Merz = Nagelsmann: Zwei Soziopathen reiten ois in die Grütze und erzählen dir was von »Spielvortrag«. Um das im Stile des Berliner Oberinszenierungsidioten mal klar und deutlich zu sagen: Die Welt ist kein Text. Schmiert euch euren poststrukturalistischen Brei in die Stutzen oder in die Hosen oder sonstwohin. Ein schön ausgedachter, sozialpädagogisch begleiteter »Vortrag«? Tat, Härte, Kampf.

Vor etlichen Jahren diskutierte ich in der Sendung »Der Tag« im Hessischen Rundfunk mit Manni Breuckmann. Fußball, lautete meine These, sei zuallererst ein Verhinderungsspiel. Manni gab mir mit Einschränkungen recht. Norwegen jedenfalls hat das vorgestern gezeigt, Paraguay, ein Team, das in der Regionalliga unterginge, hat es demonstriert.

Fritzi Merzens epochaler Post wird künftige Geschichtsbücher zieren: »Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel! Mit Eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt Ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf Euch.« Der Mann gehört in Obhut oder auf eine Comedybühne. (Das Kanzleramt behauptet nun ein »Abstimmungsfehler«, jW)

Ich pflichte Wolff-Christoph Fuss bei: »Das ist ja fast zynisch.« – »Immer außen rum um den Keks.« – »Es war einmal eine Elfmeternation.« – »Deutschland fällt in sich zusammen.«

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Der Ungar schimpft im Seven Bistro: »Nagelsmann ist stillos! Ohne Kreuz! Er hätte sofort zurücktreten müssen.«

Die Mannschaft und die politische Klasse sind mottenzerfressene Signifikantenteppiche, die schleunigst der Entsorgung zugeführt werden müssen. Und weil jetzt alles passt, erfreut sich der SPD-Saustall DFB einer Razzia.

Der seit Dezennien geschmähte Lothar Matthäus, der fachlich zu den Allerbesten zählt, enthüllte, der Ausflug über den Atlantik sei eine Kuschelgruppenreise inklusive Familienbegegnungsmanagement gewesen. »Das war einfach zuviel«, sagte er.

Was rege ich mich auf? Herr Patzelt schreibt mir: »Die Wortschöpfung ›Irländer‹ hörte ich schon in den neunziger Jahren, in die Welt gesetzt von – na? Von wem wohl? – natürlich dem frängischen Landsmann Loddar Matthäus. Quelle weiß ich nicht mehr, es war wahrscheinlich die Titanic

Lasst mir die Franken in Ruhe. Haut auf die Richtigen druff.

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2026, Seite 16, Sport

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→ Leserbriefe
  • Emmo Frey 7. Juli 2026 um 15:09 Uhr
    Jürgen Roth und seine Polemiken for ever! Es geht zwar nur um Fußball, aber die Salve von zehn passenden Adjektiven für »Luschen, Opportunisten und Legenslügner« sitzt und passt zur Berliner Kriegstüchtigkeitsregierung, es ist die reine Wahrheit. »Fritzi Merzens epochalen Post« wird man sich merken müssen, wenn es um die zukünftigen Staatsbegräbnisse mit den verlogenen Reden für die gefallenen Helden an der Ostfront gibt. »Wir sind stolz auf Euch« wird man dann jedesmal hören. Die alte deutsche Überheblickeit aus Kaiser- und Nazireich stirbt nicht aus, »der Schoß ist fruchtbar noch«. Luftwaffenchef Holger Neumann schwärmt bereits von verheerenden Luftangriffen auf Ziele in Russland, mir wird schlecht. Ja, die politische Klasse ist ein »mottenzerfressener Signifikantenteppich«, aber auch ein Lothar Matthäus wird sie nicht entsorgen (und die AfD auch nicht!).
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