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Nachschlag: Transangst

Verbotene Bücher: Kulturkampf in den USA | Mi., 20.15 Uhr, 3sat

Foto: © ZDF/Courtesy of Dogwoof & THE LIBRARIANS documentary, DP Paulius Kontijevas
Mehr als 800 Titel stehen auf Krauses schwarzer Liste

Wo man Bücher liest, liest man bald auch Menschen. Weil sie Blicke gestatten noch in die dunkelste Seele. Daher sie gefährlich sind und aus Bibliotheken entfernt werden, wo man sie nicht gleich anzünden darf. Ein Buch verbrennen, schrieb Peter Hacks, sei eigentlich bloß ein Geschmacksurteil, »nur eben in Gebärdensprache«. Ein paar Seiten später korrigiert er sich: »So ein Flammenurteil geht eben doch über ein Geschmacksurteil hinaus. Es enthält eine Gemütsladung … Es ist selten ein gutes Gefühl, sich auf jemandes Liste zu wissen.« Mehr als 200 Jahre nach dem Wartburgfest tobt der Bücherkrieg fort. In Washington weiß man sich mit Moskau nicht bloß in gegenseitiger Feindschaft einig, auch darin, dass positive LGBTQ-Bezüge des Teufels sind. Russland hat ein Gesetz gegen »homosexuelle Propaganda«, eine Biographie über Pasolini etwa durfte dort nur geschwärzt erscheinen. In den USA arbeiten graswurzelnde Trumpianer wie der Abgeordnete Matt Krause daran, LGBTQ-Titel aus öffentlichen Bibliotheken zu entfernen. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.05.2026, Seite 14, Feuilleton

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