Zum Inhalt der Seite

Nachschlag: Detoxing auf Hiddensee

→ Eurovision Song Contest | ARD-Mediathek

Foto: Lisa Leutner/REUTERS
»›Fatale‹ Nähe des Fernsehens«: Adorno hätte weggeschaut

Mediale Großereignisse wie der »Eurovision Song Contest« stellen jedes Vorhaben, im Urlaub Fernseh-Detoxing zu betreiben, auf die Probe. Da ist einerseits der Schauwert an sich und andererseits die von Adorno beschriebene, ja nur »angeblich gemeinschaftsbildende Wirkung der Apparate«: Immerhin 8,18 Millionen Menschen haben laut DWDL die Liveübertragung der ARD aus der Wiener Stadthalle gesehen. Der ESC und die Olympischen Spiele sind halt immer noch die Hochämter fürs lineare Fernsehen. Mit den Debatten rund um den Auftritt eines israelischen Künstlers war der Abend auch für den distinguiert-politischen Zuschauer angenehm aufgeladen. Aber der Apparat blieb kalt und außerdem die tröstliche Gewissheit, alles wirklich Wichtige auch hinterher zu erfahren. Ein Spaziergang durch das nächtliche Hiddensee ließ die Zeit vorübergehen. Und zwar aufs angenehmste. Und der Kurzclip mit dem Auftritt des siegreichen Acts ließ sich online nachschauen. (mis)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 19.05.2026, Seite 14, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
→ Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 18. Mai 2026 um 20:29 Uhr
    Es interessiert mich zwar nicht, aber welcher Act hat denn gewonnen?
    • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 19. Mai 2026 um 16:34 Uhr
      »Es interessiert mich zwar nicht, aber welcher Act hat denn gewonnen?« Ist Ihnen der Widerspruch in diesem Satz nicht aufgefallen? Wenn Sie schon unbedingt wissen wollen, wer bei diesem »kulturellen« Ereignis gewonnen hat, warum fragen Sie nicht Google? Ich lese ja gerne die neuesten Leserbriefe, weil da teilweise interessante Infos dabei sind. Aber wenn jemand nur seine Selbstgespräche veröffentlicht, in denen der Informationsgehalt gleich Null ist, stehlt man nicht nur interessierten Lesern die Zeit sondern auch den damit beschäftigten Redakteuren.
      • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 20. Mai 2026 um 23:52 Uhr
        Danke für den Google-Tipp! auf die Idee wäre ich von alleine nicht gekommen. Ich gehe morgen an den Blätterstnd im Supermarkt und stöbere in der Bunten.
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!