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09.05.20261 Leserbrief
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Wir sagen: Danke!
Mit eurer Hilfe: Erfolgreiche Verteilaktion der jungen Welt zum 1. Mai
Der Blümlesmarkt am 1. Mai im Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben des beschaulichen Örtchens Wolfegg, irgendwo zwischen Friedrichshafen, Kempten und Memmingen, mag wenigen Lesern bekannt sein: Alte Arten seltener Pflanzen und Kräuter lassen sich dort erstehen, das Kulturprogramm bot Kräuterwanderungen, Vorträge zur Sortenerhaltung oder über das landwirtschaftliche Nutztier Biene. Maibowle gab es auch sowie ein Puppentheater für die Kleinen. Und, dank eines engagierten Lesers, die junge Welt.
Was auf den ersten Blick wie ein lokales Detail wirkt, steht exemplarisch für eine bundesweite Anstrengung: Die Verteilaktionen rund um den 1. Mai, den Kampftag der Arbeiterklasse, sind für die Tageszeitung junge Welt der wichtigste Moment im Jahr, um bundesweit Präsenz zu zeigen, neue Leserinnen und Leser zu erreichen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch 2026 wurde diese Tradition mit großem Engagement fortgeführt. In circa 120 Städten und Gemeinden waren Unterstützerinnen und Unterstützer unterwegs, verteilten über 20.000 Freiexemplare, führten Diskussionen an Infoständen, auf Demonstrationen und bei Festen. Vielfalt ist ein Charakteristikum der Verteilaktion. Das zeigt sich an Anlässen, aber auch Orten, an denen die junge Welt vertreten war: von Wolfegg bis Berlin, von Hamburg bis Nürnberg. Denn die junge Welt versteht sich nicht nur als Zeitung für politische Zentren, sondern als Stimme, die auch jenseits der großen Städte Gehör finden will. Wo immer Menschen am 1. Mai zusammenkommen, um für ihre Interessen, für Frieden und soziale Gerechtigkeit einzutreten oder einfach den Feiertag zu begehen, ist auch Raum für kritische Berichterstattung und klare Positionen.
Hunderte Exemplare wurden auch in Nürnberg verteilt, mit Schwierigkeiten und ohne Maibowle. Die dortige jW-Leserinitiative sah sich am Rande der DGB-Kundgebung schnell von ebenso übereifrigen wie unprofessionell konfrontativen Ordnern der Gewerkschaft bedrängt, die die Präsenz der jungen Welt unterbinden wollten, und sich sogar dazu herabwürdigten, in bester sozialpartnerschaftlicher Manier die Hilfe der Polizei dafür zu erbitten. Gelöst wurde das seitens der jW-Leserinitiative durch die Anmeldung einer Kundgebung auf der anderen Straßenseite: »Für friedensorientierte Gewerkschaften«. Dem Interesse der Teilnehmer an dem Stand taten die paar Meter mehr keinen Abbruch, Hunderte 1.-Mai-Ausgaben wurden verteilt.
In Wolfegg war es Jakob, ein gärtnernder Bauer und – nachdem die Taz nun keine Tageszeitung mehr ist – neugewonnener Leser der jW, der die Initiative ergriff. Mit seinem Stand auf dem Blümlesmarkt brachte er die Zeitung unter die Leute, zu jeder jungen Welt gab’s eine Sonnenblume dazu, man kam ins Gespräch über Landwirtschaft und über Politik. In Nürnberg war die Leserinitiative dann noch auf dem – im Vergleich zur DGB-Demo – deutlich größeren internationalistischen Fest in Gostenhof vertreten, verteilte Zeitungen, warb Abonnements ein und fand weitere Unterstützer.
Es sind genau diese direkten Begegnungen, die den Kern der Aktion ausmachen: nicht nur das Verteilen der jW, sondern das Knüpfen von Kontakten, das Diskutieren, das Zuhören. So wurde auch aus einem beschaulichen Markt im Allgäu ein weiterer Baustein einer bundesweiten Kampagne. Und während andernorts Transparente getragen und Reden gehalten wurden, zeigte sich hier auf ganz eigene Weise, wie lebendig und vielfältig der 1. Mai begangen werden kann. Die junge Welt war überall dabei – auf Märkten und Festen, auf Demonstrationen, Kundgebungen, Raves, in der Provinz, in den Metropolen. Das Aktionsbüro der jungen Welt dankt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, den Leserinitiativen und allen Beteiligten für die große Hilfe, für das Eintreten für einen fröhlichen, solidarischen 1. Mai. Und für eine Öffentlichkeit, die die kritische Stimme der jW nötiger hat denn je.
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Hartmut Lange aus Stralsund 9. Mai 2026 um 16:42 UhrWir fragen uns schon seit sehr langer Zeit: Warum werben der Verlag und die Genossenschaft eigentlich nicht publikumswirksam in den Fußballstadien, z.B. in der 3. Liga? Zusammen mit den allwöchentlichen unverschlüsselten Live-Übertragungen in den Dritten Programmen der ARD werden damit medienwirksam viele Millionen Fußballinteressierte erreicht, Interesse und Aufgeschlossenheit für den Markennamen »junge Welt« bei den Sportfans geweckt sowie zugleich damit auch potentiell neue Leserinnen und Leser für die junge Welt gewonnen. Was der kleine örtliche Handwerker und Gewerbetreibende organisieren und finanzieren kann, das dürfte auch doch wohl auch für den Verlag 8. Mai und die Genossenschaft keine unüberwindliche Hürde sein, sondern auf jeden Fall ein zu bewältigendes Unterfangen mit sehr großer Massenwirksamkeit. Schon die Klassiker machten darauf aufmerksam, dass man die Bevölkerung dort abholen müsse, wo sie lebt, arbeitet und ihre Freizeit verbringt. Also: Wer jung (geblieben) ist, liest die junge Welt!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!