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Nachschlag: Kinderspiel

Die Frau in Schwarz | Sa. 22.15, ZDF Neo

Foto: IMAGO/Mary Evans
Teegesellschaft in der guten Puppenstube

Drei Mädchen spielen mit den im Edwardianischen England ihrer Klasse und ihrem Geschlecht zugedachten Sachen Teegesellschaft. Spielsachen sind designt, soziale Konventionen einzupauken. Es ist kein Tee in der Kanne, die Kinder stellen ihn sich einfach vor und proben, wie so eine Tasse Tee korrekt eingeschenkt wird. Das Kinderspiel ist das zweckdienlich Phantasievolle. Gespielt wird mit der Macht des anwesenden Abwesenden. So wie eine Geistergeschichte damit spielt, dass die Toten hin und wieder die Eigenart haben, abwesend anwesender zu sein als vieles andere, im Gegensatz zu ihnen greifbare. Geister und Puppen pflegen so eine innige symbolische Beziehung. Im Spiel mit ihnen erscheint etwas Unvorhergesehenes; etwas, das von ganz anderen Augen gesehen wird, von einem Blick aus dem Jenseits. Im Kinderzimmer blickt ein Fenster auf die Teegesellschaft so streng, dass die Mädchen die Köpfe der Puppen mit ihren blankgeputzten schwarzen Schnürstiefeln zertreten, sich vor dem Fenster aufreihen und, wie auf Kommando, ins Jenseits hüpfen. (aha)

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.05.2026, Seite 14, Feuilleton

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