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23.04.2026
- → Feuilleton
Nachschlag: Rot oder blau
Matrix | Di., 20.15 Uhr, Nitro
Einfach eine Pille schlucken und danach klarer sehen. Die Grundüberzeugung aller Verschwörungsspinner und Querdenker wird in diesem Film dargereicht, was ihn nicht zum schlechten Film macht, doch Filme sind einmal, mit Kracauer zu sprechen, Dokumente zeitgemäßer Ideologie. »Matrix« der Wachowski-Geschwister operiert mit einem emphatischen Wahrheitsbegriff, die Welt hinter der Erscheinungswelt ist keine konstruierte des Begriffs, sie soll real sein. Die Pille verkörpert den Gehalt, auf den man eigentlich erst kommen müsste. Erkenntnis folglich kann nur erlangen, wer sie bereits besitzt. Erkenntnisarbeit aus bloßem Vollzug des Denkens anhand des ihm angebotenen Weltstoffs wird verworfen. Verstehen ohne Mühe, Offenbarung also, ist, was herauskommt, wenn man die Wahrheit nicht in der Ableitung sucht, sondern bereits in der Prämisse setzt. Ungleich klüger nimmt sich hier Fassbinders »Welt am Draht« aus, wo sich die Welt hinter der Scheinwelt gleichfalls als Schein entpuppt. (fb)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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