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Tischtennis

China-Killer

ITTF-World-Cup in Macau

Foto: VCG/IMAGO

Am Ende gewannen wieder einmal die nominell Besten beim ITTF World Cup (30.3.–5.4.) in Macau. Bei den Damen verteidigte die Weltranglistenerste und Weltmeisterin Sun Yingsha aus China ihren Titel, sie gewann bereits zum dritten Mal in Folge. Bei den Herren schaffte es ihr Landsmann Wang Chuqin, dem »Grand Slam« aus Weltmeisterschaft, Olympiasieg, Weltranglistenplatz eins und eben World Cup ein Stück näher zu kommen. Nach der WM 2025 gewann der Weltranglistenerste am Sonntag auch erstmals den World Cup. Bis Olympia 2028 in Los Angeles ist es allerdings noch hin.

Soweit also alles beim alten, die rote Fahne mit den fünf Sternen repräsentiert noch immer das weitgehend siegreiche Geschehen am Tisch. Aber hinten raus bröckelt die chinesische Dominanz. Es gab einige Premieren in Macau. Allen voran wäre Sabine Winter zu nennen, die erste Deutsche (und Europäerin) im Halbfinale, wo sie allerdings gegen Sun keine Chance hatte. Hana Goda, die erste Ägypterin (und Afrikanerin) im Viertelfinale, stand sogar kurz davor, die Regentin zu stürzen. Zwei Matchbälle gegen Sun reichten jedoch nicht – am Ende hieß es 11:13 im siebten Satz. Shin Yu Bin, die erste Koreanerin im Halbfinale, scheiterte dort an Wang Manyu, der anderen Chinesin im Finale.

Bei den Herren kratzte erst Darko Jorgić an einer Sensation, aber auch eine 3:1-Satzführung und ein 9:6 in Satz 5 reichten im Viertelfinale gegen Wang Chuqin nicht. Am Ende hieß es für ihn ebenso 3:4 nach Sätzen wie für den jungen japanischen Haudrauf Sora Matsushima, der sich bis ins Finale gebrettert hatte. Wang Chuqin erwies sich ein weiteres Mal als zwar nicht unfehlbar, aber eben nervlich stärker. Auch Titelverteidiger Hugo Calderano musste im Halbfinale gegen ihn die Segel streichen, die Angelegenheit war deutlich.

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Für die Deutschen war die Bilanz mehr als ordentlich. Winter stieß weiter in die Weltspitze vor, viel weiter als ursprünglich gedacht. Es bleibt abzuwarten, wie weit der relativ neue Antibelag für ihren zweiten Frühling (sie ist auch schon 34) reicht. In der Vorrunde erwiesen sich die deutschen Herren als China-Killer: Patrick Franziska, Dang Qiu und Dima Ovtcharov schalteten die zweite und dritte Reihe der Chinesen aus, bevor sie allesamt im Achtelfinale mehr oder weniger dramatisch an Nichtchinesen scheiterten.

Besonders in den frühen K.-o.-Runden waren die Spiele teils spektakulär, hochklassig, spannend. Die Team-WM Ende April in London zum 100. Geburtstag des Welttischtennis kann kommen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.04.2026, Seite 16, Sport

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