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13.04.2026
- → Sport
Es fehlt so einiges
Der Schnee ist weggeschmolzen, die Sportkultur Österreichs liegt brach. Immerhin, es wird kräftig auf die Fußball-WM hingefiebert, Fußball geht ja immer, WM mit Ö war lange nicht mehr, ein Jahrhundertereignis, zumindest in diesem. Ralf Rangnick, deutscher Trainer der Rot-weiß-roten, geht demnächst in die Verhandlung, was seinen Job betrifft, Lothar Matthäus hat bereits von der Seite den Verantwortlichen beim ÖFB zugerufen, dem alten »Professor« möglichst jede Macht zu geben, die es nur geben kann im Fußballbiz.
Die nationale Meisterschaft läuft derweil ihrem Ziel entgegen, mal sehen, ob es wieder so spannend wird wie im vergangenen Jahr. Derzeit sieht es eher danach aus, dass Titelverteidiger Sturm Graz unangefochten von oben grüßen wird, und das, obwohl Sturm beileibe keine gute Saison spielt. Aber Konsistenz ist auch für die anderen, LASK, Rapid, Austria Wien sowie RB Salzburg, ein Fremdwort.
Aus Salzburg ist immer noch nicht zu hören, wie es weitergehen soll. RB hat sich nach dem Trainerwechsel nicht groß gesteigert, Jürgen Klopp sitzt immer noch fest auf der Payroll, obwohl er lieber Werbung in eigener oder anderer Unternehmen Sache macht, als sich um die Zukunft von RB zu sorgen. Vielleicht will man in Salzburg einfach die Saison zu Ende spielen, und dann gucken, was geht. Auf dem internationalen Markt wird da aber nicht viel zu holen sein – Österreichs Bundesliga wird auf ungefähr dem Niveau gesehen wie die deutsche dritte Liga. Was auch Rangnick beschäftigt, wie auch die Tatsache, dass im Land ein gutes, schönes Stadion fehlt. Das Ernst-Happel-Stadion in Wien ist eher abbruchreif.
Das nigelnagelneue des Wiener Sport-Clubs wird leider zu klein sein für Höheres: 5.622 Leute passen hinein. Der als »links« geltende Klub spielt in der Regionalliga – also noch weiter unten, ungefähr auf Tasmania-Berlin-Niveau. Freitag (17.4.) ist Stadioneröffnung, zu Gast ist der SV Horn. Ich überlege, meine Tochter fürs Mädchenteam anzumelden.
Apropos, die Damen des ÖFB werden sich unterdessen wieder mit denen des DFB messen, sogar zweimal. Dienstag in Nürnberg, dann Sonnabend in Ried (ich fahre hin). Bislang sah der ÖFB in sämtlichen Duellen keine Sonne. Zuletzt setzte es in Wien ein 0:6.
Gut, was gibt es noch im Land des nächsten ESC? Eishockey. Und, nun ja, Tennis. Da durften sich beim »Upper Austria Ladies Linz« in Abwesenheit von allerlei Weltklasse gleich zwei Österreicherinnen um einen Halbfinalplatz schlagen, wobei Anastasia Potapowa, vormals Russin, gerade erst frisch eingebürgert wurde. Sie spielte gegen Lilli Tagger, die nur so heißt wie eine vormalige Amerikanerin. Tagger ist wie das neue Stadion, das dem ÖFB fehlt: Sie ist die Zukunft, jedenfalls im Tennis.
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