Schutz für Wanderer
Angesichts wachsender Bedrohungen sollen 40 wandernde Tierarten wie Hai, Gepard und Schneeeule künftig international strenger geschützt werden. »Wir sind nach Campo Grande gekommen in dem Wissen, dass die Populationen der Hälfte der durch dieses Abkommen geschützten Arten rückläufig sind«, sagte die Exekutivsekretärin des Artenschutzabkommens CMS, Amy Fraenkel. Die Vertragsstaaten nahmen bei der 15. UN-Konferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in der brasilianischen Stadt Campo Grande nahe dem Pantanal weitere Arten in die Schutzanhänge I und II auf. Diese verpflichten die Staaten – je nach Gefährdungsgrad – zu strengen Schutzmaßnahmen oder zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit und umfassen nun mehr als 1.200 Arten. Dem Abkommen gehören mehr als 130 Staaten sowie die EU an, darunter viele Länder in Afrika und Lateinamerika; große Staaten wie die USA, China und Russland zählen jedoch nicht dazu. Milliarden Tiere wandern jedes Jahr teils über Kontinente und Ozeane hinweg – von Zugvögeln über Meeresschildkröten bis hin zu Walen. Viele dieser Arten sind bedroht. Zu den neu oder stärker geschützten Arten zählen unter anderem Geparden, Streifenhyänen, Schneeeulen, Riesenotter sowie mehrere Haiarten wie der Große Hammerhai. Die Konferenz stand unter dem Eindruck neuer UN-Daten, die eine zunehmende Gefährdung wandernder Tierarten zeigen. Laut UN gehen die Bestände von fast der Hälfte der im Rahmen des Abkommens geschützten Arten zurück, rund ein Viertel ist vom Aussterben bedroht. Besonders kritisch ist die Lage im Meer. (dpa/jW)
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