Zum Inhalt der Seite
Schikane von Gewerkschaftern

IG Metall ficht Betriebsratswahl an

Die Liste der Vorwürfe gegen die Geschäftsführung von Tesla ist lang

Foto: Patrick Pleul/dpa
Es hat nicht gereicht. Aus vielen Gründen. Liste 1 ist nur zweitstärkste Kraft geworden (Grünheide, 2.3.2026)

Die IG Metall ficht die Betriebsratswahl bei Tesla an. Dafür hat sie am Mittwoch einen Beschlussantrag zur Feststellung der Unwirksamkeit der Wahl im März eingereicht. »Der Eindruck, dass die Wahl bei Tesla durch Drohungen beeinflusst wurde, ist zu schwerwiegend, als dies nicht gerichtlich zu klären«, erklärte Christiane Benner gleichentags. Die Kollegen im Werk wie die Kandidierenden für den Betriebsrat hätten faire Wahlen verdient, »ohne das Gefühl, für ihre Entscheidungen möglicherweise im Anschluss bestraft zu werden«, so die Erste Vorsitzende der IG Metall.

Über Monate hinweg sei den Beschäftigten bei Tesla vermittelt worden, eine Entscheidung für die IG Metall sei eine Entscheidung gegen Tesla und hätte Konsequenzen für die Zukunft des Werks und ihrer Arbeitsplätze. So sei nur der unternehmernahen Liste Leuchtwerbung an der Fassade des Tesla-Werks gestattet worden. Dieselbe Aktion der IG Metall-Liste dagegen sei sofort unterbunden worden. Vorgesetzte hätten Anstecker mit der Aufschrift »Giga Ja, Gewerkschaft Nein« verteilt und verlautbart, dass es mit der IG Metall weniger Geld gäbe. Auch vor unmissverständlichen Aufforderungen an die Belegschaft hätten sie nicht zurückgeschreckt, wie zum Beispiel: »Ich kann euch nur raten, nicht die rote Liste zu wählen.«

Anzeige

»Eine solche Attacke auf die demokratische Mitbestimmung wie bei Tesla habe ich als Gewerkschafter nie zuvor erlebt«, erklärte Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. »All ihre Macht haben Elon Musk und die deutsche Tesla-Geschäftsführung eingesetzt, um diese Betriebsratswahl in ihrem Sinne zu steuern.« Damit dürfe kein Konzern durchkommen. Er machte zugleich deutlich, dass juristische Auseinandersetzungen für die IG Metall keine Priorität hätten, sondern die kollektive Durchsetzung von besseren Arbeitsbedingungen im Betrieb.

Die IG-Metall-Liste »Tesla Workers GFBB« erhielt bei der Wahl nach vorläufigem Ergebnis 13 der 37 Sitze und ist damit die zweitstärkste Kraft im Gremium. Gegen sie war die Liste »Giga United« angetreten, die die restlichen 24 Plätze errungen hatte. (sk)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 26.03.2026, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!