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Rüstungsprofite

Rheinmetall will Marschflugkörper produzieren

Foto: Wolf von Dewitz/dpa
Rheinmetall-Werk in Unterlüß (27.8.2025)

Unterlüß. Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall steht in den Startlöchern, um Marschflugkörper mit hoher Reichweite herzustellen. »Noch in diesem Jahr werden wir damit beginnen, Cruise Missiles für Deep-Strike-Operationen in Unterlüß zu fertigen«, erklärt Konzernchef Armin Papperger im Manuskript einer Rede, die der Manager bei der Hauptversammlung der Firma am kommenden Dienstag halten möchte und die vorab auf der Firmen-Webseite publiziert wurde. Im niedersächsischen Unterlüß ist das größte Werk von Rheinmetall, dort arbeiten mehr als 4.000 Beschäftigte. Bei den Marschflugkörpern möchte Rheinmetall mit der niederländischen Rüstungsfirma Destinus zusammenarbeiten, deren neues System »Ruta 2« bei einer Nutzlast von 250 Kilogramm eine Reichweite von 700 Kilometern haben soll. Bei der Zielerkennung wird »künstliche Intelligenz« genutzt. Das Vorgänger-Modell Ruta 1 ist nach den Worten von Papperger »schon erfolgreich gegen strategische russische Ziele in der Ukraine zum Einsatz« gekommen. Andere Marschflugkörper von Destinus sind leichter und haben eine geringere Reichweite; eigenen Angaben zufolge stellt das in den Niederlanden angesiedelte Unternehmen pro Jahr bereits 2.000 Marschflugkörper her. Nach der Vereinbarung mit Rheinmetall könnte das Produktionsvolumen deutlich steigen.

Rheinmetall und Destinus hatten im April bekanntgegeben, in der zweiten Jahreshälfte ein Gemeinschaftsunternehmen namens »Rheinmetall Destinus Strike Systems« gründen zu wollen. Die Firma soll »fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern«, es gehe um Marschflugkörper und ballistische Raketenartillerie. (dpa/jW)

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Erschienen am 09.05.2026, Inland

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