Nachschlag: Gipfel und Fische
In diesem Hörspiel von Georges Perec aus dem Jahr 1968 (!) wird die Arbeitsweise eines Computers simuliert, der die Aufgabe hat, »ein bestimmtes Gedicht systematisch zu analysieren und aufzugliedern«. Was im ersten Moment trocken klingt, entpuppt sich als sehr unterhaltsames Sprachexperiment. Zerlegt wird hierbei Goethes »Wanderers Nachtlied« (»Über allen Gipfeln ist Ruh’ …«, acht Verse, 24 Wörter, 38 Versfüße). Speicher, Programme, Protokolle stehen unter der Kontrolle der logischen Einheit, die die verschiedenen sprachlichen Operationen (mathematisch, linguistisch, semantisch, kritisch, poetisch) der Analyse auslöst und überwacht. Was folgt, sind wilde Wortspiele, dadaistische Klanggebilde und viel Sprachwitz durch Auslassungen, Umformulierungen, Assoziationen. Eine der Schlussfolgerungen der Maschine lautet dann auch: Geh stets den Fischen aus dem Weg! Und dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen. (af)
kurzlinks.de/maschine-wanderer
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