-
19.03.2026
- → Feuilleton
Nachschlag: Mensch Guido
Westerwelle | Mi., 0.45 Uhr, Phoenix
2016 starb der wohl medienwirksamste FDP-Vorsitzende, Guido Westerwelle, nach längerer schwerer Krankheit. An ihn erinnerte der »Dokumentations- und Ereigniskanal« Phoenix in der Nacht zum Mittwoch. Wer in den 2000er Jahren jung genug war, begriff damals nicht, worum es der menschgewordenen »Spaßpartei« wirklich ging. Jobst Knigges für den WDR anlässlich des zehnten Todestages produzierter Film »Westerwelle« will offenbar, dass es dabei bleibt. In der Rückschau blendet er politische Inhalte nahezu vollständig aus. Bei den Auftritten politischer Weggefährten, von Freunden, seines Witwers Michael Mronz und dem ganzen Archivmaterial vom »Guido-Mobil« und dem »18 Prozent«-Wahlkampf geht es vor allem um den Menschen Guido Westerwelle. Wer ihm und seiner jungen Yuppie-Garde aber genau zuhört, erkennt, was der Einsatz für »Freiheit«, »Steuerreform« und »Marktwirtschaft« wirklich bedeutete. Guido ging, der neoliberale Durchmarsch blieb. (mb)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!