Nachschlag: Mensch Guido
2016 starb der wohl medienwirksamste FDP-Vorsitzende, Guido Westerwelle, nach längerer schwerer Krankheit. An ihn erinnerte der »Dokumentations- und Ereigniskanal« Phoenix in der Nacht zum Mittwoch. Wer in den 2000er Jahren jung genug war, begriff damals nicht, worum es der menschgewordenen »Spaßpartei« wirklich ging. Jobst Knigges für den WDR anlässlich des zehnten Todestages produzierter Film »Westerwelle« will offenbar, dass es dabei bleibt. In der Rückschau blendet er politische Inhalte nahezu vollständig aus. Bei den Auftritten politischer Weggefährten, von Freunden, seines Witwers Michael Mronz und dem ganzen Archivmaterial vom »Guido-Mobil« und dem »18 Prozent«-Wahlkampf geht es vor allem um den Menschen Guido Westerwelle. Wer ihm und seiner jungen Yuppie-Garde aber genau zuhört, erkennt, was der Einsatz für »Freiheit«, »Steuerreform« und »Marktwirtschaft« wirklich bedeutete. Guido ging, der neoliberale Durchmarsch blieb. (mb)
Probeabo
Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Erhebliches Kopfnicken
vom 19.03.2026 -
Der Schritt zur Dialektik
vom 19.03.2026 -
Zu Tisch mit Habermas
vom 19.03.2026 -
Sie wollen Spaß
vom 19.03.2026 -
Der Knacks
vom 19.03.2026 -
Vorschlag
vom 19.03.2026