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Aus: Ausgabe vom 19.03.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Mensch Guido

Westerwelle | Mi., 0.45 Uhr, Phoenix
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2016 starb der wohl medienwirksamste FDP-Vorsitzende, Guido Westerwelle, nach längerer schwerer Krankheit. An ihn erinnerte der »Dokumentations- und Ereigniskanal« Phoenix in der Nacht zum Mittwoch. Wer in den 2000er Jahren jung genug war, begriff damals nicht, worum es der menschgewordenen »Spaßpartei« wirklich ging. Jobst Knigges für den WDR anlässlich des zehnten Todestages produzierter Film »Westerwelle« will offenbar, dass es dabei bleibt. In der Rückschau blendet er politische Inhalte nahezu vollständig aus. Bei den Auftritten politischer Weggefährten, von Freunden, seines Witwers Michael Mronz und dem ganzen Archivmaterial vom »Guido-Mobil« und dem »18 Prozent«-Wahlkampf geht es vor allem um den Menschen Guido Westerwelle. Wer ihm und seiner jungen Yuppie-Garde aber genau zuhört, erkennt, was der Einsatz für »Freiheit«, »Steuerreform« und »Marktwirtschaft« wirklich bedeutete. Guido ging, der neoliberale Durchmarsch blieb. (mb)

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