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Literaturkritik

Kerr für Dath

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und Journalisten Dietmar Dath. Das teilte die Jury am Dienstag mit. Dath gelinge es, »scheinbar inkommensurable Zonen der Wirklichkeit miteinander in Beziehung zu setzen, überraschende Parallelen und Interdependenzen zu entdecken und zugleich den Sinn für politische und existenzielle Fragen zu schärfen«, lobte die Jury. Er könne »auf hohem sprachlichem Niveau auch schwierigste Werke erschließen, ohne ihnen ihre Komplexität zu nehmen«.

Der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Darstellerpreis – wird meist jährlich für ein kontinuierliches »literaturkritisches Schaffen auf hohem Niveau« vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sowie dem Börsenblatt ausgelobt und von der Klett-Stiftung gefördert. Dath war von 1998 bis 2000 Chefredakteur von Spex und ist mit einer mehrjährigen Unterbrechung seit 2001 Redakteur im Feuilleton der FAZ – hier spezialisiert auf Filmkritik. Mit »Niegeschichte« hat er 2019 ein Standardwerk über »Science Fiction als Kunst- und Denkmaschine« vorgelegt. Freilich zählt Dath mit Romanen wie »Skyrmionen oder: A Fucking Army« (2025), »Gentzen oder: Betrunken aufräumen« (2021) und »Die Abschaffung der Arten« (2008) selbst zu den profiliertesten deutschen Science-Fiction-Autoren der Gegenwart. Zugleich ist er der wohl einflussreichste dezidiert kommunistische Intellektuelle im deutschen Sprachraum. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.02.2026, Seite 10, Feuilleton

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