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Filmfest

Gaza in Venedig

Mehrere tausend Menschen haben nach Polizeiangaben während der Filmfestspiele Venedig an einer propalästinensischen Demo teilgenommen, die unweit des Festivalgeländes stattfand. Ein Polizeisprecher vor Ort sprach in einer ersten Schätzung von rund 3.000 Menschen, sagte aber, dass die genaue Teilnehmerzahl noch unklar sei. Verschiedene Gruppen hatten zu der Demonstration aufgerufen und sich auch darauf bezogen, dass einzelne Gäste des Filmfests Venedig ihrer Ansicht nach die israelische Regierung im Gazakonflikt unterstützten. Am Anfang des Protestzugs hielten Teilnehmende ein Schild mit der Aufschrift »Stoppt den Genozid«. Teil der Demonstration war die Initiative »Venice 4 Palestine«.

Der Nahostkonflikt ist immer wieder Thema beim Filmfest. Im Wettbewerb läuft der Film »The Voice of Hind Rajab«, der vom Tod eines fünfjährigen palästinensischen Mädchens im Gazastreifen erzählt. Regisseurin ist die Tunesierin Kaouther Ben Hania, die Premiere ist am 3. September geplant. Der Goldene-Löwen-Gewinner Giorgos Lanthimos (»Poor Things«) trug bei Auftritten auf dem Festival einen Anstecker mit den Farben der palästinensischen Flagge.

Israel wird von Kritikern vorgeworfen, im vorgeblichen Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen einen Genozid (Völkermord) zu begehen. Südafrika hatte eine entsprechende Klage vor dem Internationalen Gerichtshof erhoben. Den Genozidvorwurf weisen Israel und auch die deutsche Regierung zurück. Der Begriff Völkermord bezeichnet laut UN-Konvention die Absicht, eine Bevölkerungsgruppe zu vernichten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.09.2025, Seite 11, Feuilleton

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