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Nahostkonflikt

Ärzte ohne Grenzen prangern Hungerblockade gegen Gaza an

Foto: Mahmoud Issa/dpa
Verzweifelte, alptraumhafte Szenen bei der Verteilung der wenigen Hilfsgüter, die Israel noch in das zerstörte Gebiet lässt (Gaza-Stadt, 27.3.2025)

Gaza. Die Bevölkerung im kriegszerstörten Gazastreifen leidet der Organisation Ärzte ohne Grenzen zufolge zunehmend an Hunger. Ihre Teams vor Ort stellten »einen starken Anstieg der Fälle akuter Mangelernährung« in dem abgeriegelten Küstenstreifen fest, wie die Organisation am Freitag mitteilte. In ihren beiden Gesundheitszentren in der Stadt Gaza und im Küstenort Al-Mawasi würden derzeit mehr als 700 schwangere und stillende Frauen und fast 500 Kinder mit schwerer und mittelschwerer Mangelernährung ambulant behandelt.

In Gaza-Stadt sollen sich die Zahlen demnach in weniger als zwei Monaten fast vervierfacht haben: von 293 Fällen im Mai auf 983 Fälle Anfang Juli. Bei 326 Fällen handelt es sich um Kinder im Alter zwischen sechs und 23 Monaten. »Dies ist das erste Mal, dass wir ein solch schweres Ausmaß an Mangelernährung in Gaza beobachten«, zitierte die Mitteilung Mohammed Abu Mughaisib, den stellvertretenden medizinischen Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Gaza. »Der Hunger der Menschen in Gaza ist gewollt, er kann morgen enden, wenn die israelischen Behörden die Einfuhr von Nahrungsmitteln in großem Umfang zulassen.«

Ärzte ohne Grenzen fordert Zugang für humanitäre Hilfe

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Die Mangelernährung im Gazastreifen sei das Ergebnis bewusster Entscheidungen der israelischen Behörden, hieß es in der Mitteilung weiter. Israel beschränke die Einfuhr von Nahrungsmitteln auf das lebensnotwendige Minimum und militarisiere die anschließende Verteilung. Die Ärzte ohne Grenzen forderten deshalb dringend einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe, unter anderem für Nahrungsmittel und Medikamente, und den Schutz der Zivilbevölkerung.

Israel kontrolliert alle Zugänge zum Gazastreifen und damit auch die Transportwege für jegliche humanitäre Hilfe. Im März hatte es sämtliche Hilfslieferungen blockiert und die Sperre erst Ende Mai ein wenig gelockert. Israel begründet die Drosselung der Hilfslieferungen damit, dass die islamistische Hamas die Güter stehle. Beweise dafür gibt es laut UN-Organisationen keine. (dpa/jW)

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Erschienen am 12.07.2025, Ausland

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