Zum Inhalt der Seite
Ukraine-Krieg

Angeblich russische Rakete in Polen eingeschlagen

Foto: Wojtek Jargilo/PAP/dpa
Die polnische Polizei beim Einsatz am Ort des Einschlags (Tarnawa-Kolonia, 30.7.2026)

Brüssel. Die NATO hat sich am Donnerstag mit dem angeblichen Eindringen einer russischen Rakete in den polnischen Luftraum beschäftigt. Generalsekretär Mark Rutte teilte nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Donald Tusk mit, das Kriegsbündnis stehe in Solidarität mit Polen. Der Vorfall sei ein weiterer rücksichtsloser Akt Russlands und eine gefährliche Folge des Krieges gegen die Ukraine. Ähnlich äußerten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der deutsche Regierungschef Friedrich Merz. Was genau geschehen ist, blieb allerdings unklar.

Der Sprecher des militärischen NATO-Hauptquartiers im belgischen Mons sagte, das Bündnis stehe wegen der Verletzung des polnischen Luftraums in engem Kontakt mit den polnischen Behörden. Auch Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich sei involviert. Er habe mit dem polnischen Generalstabschef Wiesław Kukuła gesprochen. Nach Angaben von Sprecher Martin O'Donnell hatten sowohl Polen als auch die NATO als Reaktion auf das Eindringen der Rakete Luft- und Bodenverteidigungsfähigkeiten aktiviert. So seien unter anderem zwei polnische Kampfjets vom Typ F-16, ein NATO-Tankflugzeug vom Typ Airbus A330, ein polnisches Saab-340-Frühwarnflugzeug sowie ein polnischer Hubschrauber vom Typ Mi-24 alarmiert und eingesetzt worden.

Anzeige

Polnische Behörden gehen davon aus, dass es sich bei der vermeintlichen Rakete höchstwahrscheinlich um einen Marschflugkörper vom Typ Ch-101 handelte. Er stürzte rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt in Polen auf ein Feld. Verletzt wurde niemand. Das polnische Fernsehen zeigte Bilder von einem Krater, Anwohner berichteten von einem lauten Knall. Nach Angaben des NATO-Sprechers war der Flugkörper eine von vielen, die Russland in der Nacht auf die Ukraine abgefeuert hatte. Er äußerte sich nicht zum Typ. (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen am 31.07.2026, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen