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Marxismus

Joshua Clover gestorben

Am 26. April ist der kommunistische Dichter, Universitätsprofessor und Aufstandstheoretiker Joshua Clover im Alter von 62 Jahren verstorben. Das teilte das Marxist Institute for Research (Marxistisches Forschungsinstitut) der Universität von Kalifornien mit, dessen Direktor Clover war. Er lehrte im kalifornischen Davis englische Literatur.

Clover hatte nach dem Studium in Boston und Iowa als Musikjournalist gearbeitet, u. a. für The Village Voice aus San Francisco, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde. In der Monographie »1989. Bob Dylan Didn’t Have This to Sing About« aus dem Jahre 2009 befasste er sich mit Popkultur nach dem vorgeblichen Ende der Geschichte. Clover war einer der Mitbegründer des Verlags Commune Editions, der sich auf Lyrik kommunistischer und anarchistischer Autorinnen und Autoren spezialisiert hat.

Nach zahlreichen literarischen und kulturwissenschaftlichen Veröffentlichungen erschien 2016 im britischen Verlagshaus Verso »Riot. Strike. Riot. The New Era of Uprisings«. Hier versucht Clover, neue Formen des Aufstands im neuen Jahrtausend zu analysieren. Da sich das Kapital vielerorts aus den Fabriken in den Finanzsektor bewegt hat, entzieht es Abermillionen die Lebensgrundlage, die als »Überschussbevölkerung« aber keine Bindungen an Betriebe haben, die sie bestreiken könnten. Die Aufstände des »Surplus-Proletariats« finden auf Straßen und Plätzen statt, wo der bürgerliche Staat sich in der Polizei als Wahrer der kapitalistischen Ordnung zeigt. Das Buch liegt in deutscher Übersetzung in Karl-Heinz Dellwos Verlag Galerie der abseitigen Künste vor.

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2025, Seite 10, Feuilleton

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