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DDR-Erbe

Boden zu, Kirche offen

Da mag mancher grimmig lachen: Ein »Ort der Herzlichkeit und Offenheit« sollte die Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale sein, meinte Erzbischof Heiner Koch am Sonntag bei der Wiedereröffnung. Rund sechs Jahre war das Gotteshaus umgebaut worden. Dagegen hatte es heftigen Widerstand gegeben, auch juristisch. Die Kirche solle offen sein »für die, die suchen und fragen, und für die, die einfach nur ausruhen wollen«, sagte Koch nun. Fragen könnte man beispielsweise, warum offiziell etwa 44,2 Millionen Euro ausgeben werden musste, um die einzigartige Innenarchitektur der Kathedrale zu zerstören. Deren Ruine lag auf dem Gebiet der DDR. Im Zuge ihrer Wiederherstellung schufen Künstler aus West und Ost zwischen 1952 und 1963 im Innenraum ein Gesamtkunstwerk, das geprägt war von einer zentralen Bodenöffnung mit Treppe zur Unterkirche. Die Öffnung wurde nun geschlossen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.11.2024, Seite 11, Feuilleton

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