-
08.11.2024
- → Feminismus
Iran: Entblößte Studentin in Klinik
Teheran. Eine iranische Studentin, die aus Protest gegen die sogenannten Sittenwächter kurz in Unterwäsche durch die Hauptstadt Teheran gelaufen war, ist in ein Zentrum für »Spezialbehandlungen« gebracht worden. Sie leide an »psychischer Labilität« und sei in einem Krankenwagen in eine spezialisierte Einrichtung gebracht worden, erklärte die iranische Botschaft in Paris am Mittwoch. Die an der Islamischen Asad-Universität in Teheran studierende Frau hatte sich am Sonnabend aus Protest gegen die Basidsch-Miliz ausgezogen und war in Unterwäsche über den Campus und eine Straße der iranischen Hauptstadt gelaufen. Forschungsminister Hossein Simaei kritisierte die Protestaktion als »unmoralisch«. Die junge Frau habe mit ihrem Verhalten gegen Gesetze verstoßen, ihr Verhalten beruhe nicht auf der Scharia, sagte er.
Nach der Aktion war ihr Verbleib zunächst unklar – Aufnahmen zeigen, wie die Frau von Männern in Zivilkleidung gewaltsam in ein Auto verfrachtet wird. Der Botschaft zufolge handelt es sich bei ihr um eine Mutter von zwei Kindern, die von ihrem Mann getrennt ist. »Sobald sie sich erholt hat, wird sie ihr Studium an der Universität wieder aufnehmen«, hieß es. Die endgültige Entscheidung liege jedoch bei der Hochschule. Persischsprachigen Auslandsmedien zufolge hatte Sicherheitspersonal der Universität die Frau wegen ihrer Kleidung kritisiert und ihr Kopftuch zerrissen. (AFP/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
