-
01.10.2024
- → Feuilleton
Es wird schlimm
Die BRD Ende der 80er Jahre: Ein Politthriller mit Geheimdiensten, globalen Verstrickungen und einem riesigen Bankkonzern. Mit Stadtguerilla, Telefonzellen und D-Mark. Eine super Mischung, dachte sich wer bei der ARD und gab die Serie »Herrhausen – Der Herr des Geldes« in Auftrag. Alfred Herrhausen wurde bei einem Bombenanschlag auf seinen Dienstwagen am 30. November 1989 im hessischen Bad Homburg getötet. Natürlich wird der Vorstandssprecher der Deutschen Bank in der Serie als Sympathieträger gezeichnet, der armen Ländern die Schulden streichen will. Sein Darsteller Oliver Masucci sagt: »Menschen wie Herrhausen fehlen massiv in der Bundesrepublik«, denn: »Er war ein Kapitalist, aber kein Turbokapitalist.« Und wo sehen wir faktenfernes Histotainment? Im Ersten natürlich, am 1. Oktober (ab 20.15 Uhr) und am 3. Oktober (ab 21.45 Uhr). Ab Montag (30. September) sind die vier Folgen auch in der ARD-Mediathek zu sehen. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
