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07.05.20241 Leserbrief
- → Natur & Wissenschaft
Orang-Utan heilt sich selbst
Berlin. Primaten greifen zur Arznei, um ihre Wunden zu heilen. Zum ersten Mal haben Forscher einen entsprechenden Vorgang dokumentiert. Wie sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports berichteten, konnten Wissenschaftler um Isabelle Laumer vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie im Regenwaldgebiet Indonesiens beobachten, wie ein männlicher Orang-Utan seine klaffende Gesichtswunde, vermutlich zugezogen bei einem Kampf mit einem Artgenossen, mit einer Pflanze behandelte. Das Tier riss Blätter der Lianenspezies Fibraurea tinctoria ab, kaute sie und trug das entstehende Speichel-Pflanzensaft-Gemisch mehrere Minuten lang auf die Wunde auf. Anschließend bedeckte der Affe die Verletzung mit den zerkauten Pflanzenteilen. Fibraurea tinctoria ist als schmerzlindernde und fiebersenkende Arzneipflanze bekannt. Die Selbstbehandlung des Orang-Utans hatte offenbar Erfolg: Seine Wunde zeigte keine Anzeichen einer Infektion und hatte sich einige Tage später wieder geschlossen. Das Forschungsteam wertet den Vorgang als Hinweis auf eine gezielte Selbstmedikation. Der Affe habe bestimmte Pflanzenteile gesammelt, die nicht zu seinem üblichen Speiseplan gehören. Es sei der erste bekannte Fall, in dem ein Menschenaffe eine Wunde aktiv mit medizinisch wirksamen Pflanzenstoffen behandelt. (jW)
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Onlineabonnent*in Ronald B. aus . 8. Mai 2024 um 09:20 UhrJetzt wo man definitiv weiss, dass Primaten sowas können (ärztliche Behandlungen an sich vornehmen), sollte man die ihnen endlich Menschenrechte zuerkennen - mit Klagemöglichkeit vor dem Europäischen Gerichtshof und allem drum und dran.
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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