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KI unterschätzt Extremwetter

Karlsruhe. In vielen Bereichen übertreffen Softwareanwendungen, die mit sogenannter künstlicher Intelligenz arbeiten, herkömmliche Programme. Das gilt auch bei Wettervorhersagen, bei denen die KI mittlerweile meist schnellere und präzisere Prognosen erstellt als klassische Modelle. Ein Wissenschaftlerteam um den Statistiker Zhongwei Zhang vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat nun herausgefunden, dass dies allerdings nur für normale Wetterlagen gilt. Bei der Vorhersage von Extremwetterereignissen dagegen ist das physikbasierte Modell HRES (High Resolution) des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen, das einzelne Wetterentwicklungen auf Grundlage der bekannten physikalischen Gesetze simuliert, der KI weiterhin klar überlegen. »Unsere Analysen zeigen, dass KI-Modelle die Intensität von Hitze-, Kälte- und Windrekorden generell unterschätzen«, so Zhang laut einer Pressemitteilung des KIT vom 4. Mai 2026. »Je stärker ein Rekord vorherige Extremwerte übertrifft, desto größer ist die Unterschätzung.« Laut der in Science Advances am 29. April erschienenen Studie haben KI-Modelle Probleme, Entwicklungen über ihren Trainingsbereich hinaus zu extrapolieren.(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.05.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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