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Scharlachbakterium in Altamerika

Bozen. Für die indigenen Einwohner des amerikanischen Doppelkontinents war die Ankunft von Christopher Kolumbus eine Katastrophe. Im Zuge der Raubzüge der europäischen Kolonisten und der von ihnen eingeschleppten, in Amerika bis dahin unbekannten Infektionskrankheiten wie Pocken oder Masern starben Dutzende Millionen Ureinwohner, der durchschnittliche Bevölkerungsrückgang betrug rund 90 Prozent. Doch wohl nicht alle Erreger waren neu. Forscher um Guido Valverde vom Institut Eurac Research in Bozen haben bei der Untersuchung einer im bolivianischen Hochland gefundenen, rund 800 Jahre alten mumifizierten Leiche Spuren des Bakteriums Streptococcus pyogenes gefunden, das unter anderem Scharlach verursachen kann. In ihrer am 13. April 2026 in dem Fachjournal Nature Communications veröffentlichten Studie folgern sie, dass der Scharlacherreger bereits in der präkolumbianischen Zeit in Amerika im Umlauf war. Wie und wann das Bakterium dorthin gelangte, ob es mit den vor mehr als 15.000 Jahren über die Beringstraße eingewanderten Menschen kam oder zuerst in der amerikanischen Tierwelt zirkulierte, lässt sich aus dem Fund jedoch nicht ableiten. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.05.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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