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Leiharbeit endet meist vor Equal-Pay-Pflicht

Berlin. Im Jahr 2022 war fast jedes zehnte begonnene Beschäftigungsverhältnis ein Job in der Leiharbeit. Davon endeten drei Viertel vor dem neunten Monat – also jener Schwelle, ab deren Erreichen der Leiharbeiter das Arbeitsentgelt eines vergleichbaren Beschäftigten erhalten muss. Das meldete AFP unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf Anfrage aus der Opposition.

Weitere Zahlen des Ministeriums belegen die prekäre Situation von Leiharbeitern. Etwa ein Drittel (34,6 Prozent) der ehemaligen Leiharbeitnehmer war 90 Tage nach Abgang aus der Leiharbeit nicht erneut beschäftigt. Fast jeder Vierte (22,1 Prozent) war erneut in der Leiharbeit tätig – ein sogenannter Drehtüreffekt.

Fast jedes dritte Leiharbeitsverhältnis wurde im Jahr 2022 innerhalb des ersten Monats beendet, etwas über die Hälfte (51,6 Prozent) innerhalb der ersten drei Monate. Insgesamt wurden dem Ministerium zufolge im Jahr 2022 rund 1,38 Millionen Leiharbeitsverhältnisse geschlossen. Jeder dritte Leiharbeiter war demnach in der Verkehr- und Logistikbranche tätig. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.02.2024, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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