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Fußball

»Geistiger Schaden«

Doha. Der katarische WM-Botschafter und Exfußballnationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als »geistigen Schaden« bezeichnet. »Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns zum Beispiel über Schwule reden«, sagte Salman in einem Interview in der ZDF-Dokumentation »Geheimsache Katar«, das in Auszügen im »Heute Journal« am Montag abend ausgestrahlt wurde. »Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen.« Schwulsein sei »haram« und damit verboten, fügte Salman hinzu. »Es ist ein geistiger Schaden.« An dieser Stelle wurde das Interview nach ZDF-Angaben durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen. Katar steht als WM-Gastgeber wegen der Menschenrechtslage in dem Land in der Kritik. Homosexualität ist in dem Emirat strafbar. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte kürzlich Sicherheitsgarantien für die LGBTQ-Community verlangt. Die katarische Regierung reagierte verärgert darauf und erklärte, »dass jeder willkommen ist und niemand diskriminiert wird«. (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.11.2022, Seite 16, Sport

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