-
26.07.2022
- → Feuilleton
Zwei Sätze
Man fühlt sich anlässlich der laufenden Spekulativhysterie anlässlich von Wladimir Putins Umgang mit dem Gashahn an den im Bürgertum beliebtesten, meistzitierten Lenin-Spruch erinnert, nach dem die Kapitalisten – in ihrer, selbst in diesem von den Kapitalisten frei erfundenen Diktum, richtig erfassten Profitgier – den Kommunisten noch den Strick verkaufen würden, an dem diese sie schließlich aufhängen würden. Angeregt vom nachweislich gefakten Zitat meint der Westen nun offenbar, dasselbe auf den Kopf stellend, umgekehrt von der russischen Föderation fordern zu dürfen, dass ein Land, das man erklärtermaßen bis auf den Grund zu ruinieren gedenkt, für dieses Unterfangen auch noch die Energie zu liefern hätte.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
