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Buchmarkt

Preisexplosion

Der Verfall der türkischen Lira, die hohe Inflation und die immensen Papierkosten haben Bücher in der Türkei zu einem Luxusgut gemacht. Einige türkische Verlage entschieden sich dieser Tage bereits dazu, weniger Bücher zu veröffentlichen. Sie befürchten gleichzeitig, dass dadurch weniger kritische und alternative Stimmen Gehör finden.

»Der Buchpreis explodiert gerade«, beklagt die Promotionsstudentin Gulfer Ulas, die Internationale Beziehungen studiert. Sie muss derzeit fast 1.000 Lira monatlich in Bücher für das Studium investieren – das sind derzeit rund 71 Euro und entspricht rund einem Drittel des türkischen Mindestlohns. Dieser Anstieg steht exemplarisch für das Ausmaß der Wirtschafts- und Währungskrise in der Türkei. Die türkische Lira verlor im Laufe des Jahres ein Viertel ihres Werts gegenüber dem US-Dollar. Die jährliche Inflationsrate lag zuletzt bei über 21 Prozent. Nach Angaben des Verlagshauses Kirmizi Kedi stieg der Preis für Papier binnen eines Jahres von 700 bis 800 Dollar auf zuletzt 1.500 Dollar (etwa 1.325 Euro) pro Tonne, was auch an Engpässen in der Lieferkette liegt. Die Türkei ist aber von den Einfuhren abhängig, 2018 importierte sie für drei Milliarden Dollar Papier. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.12.2021, Seite 11, Feuilleton

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