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MAV in Klinikum Neunkirchen abgesetzt

Neunkirchen. Der kirchliche Krankenhausträger Kreuznacher Diakonie hat die Mitarbeitervertretung (MAV) im Diakonieklinikum (DKN) im saarländischen Neunkirchen mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Darüber informierte Verdi in einer Mitteilung am Freitag. Der Pflegebeauftragte der Gewerkschaft und ehemaliges Aufsichtsratsmitglied des Städtischen Krankenhauses Neunkirchen, Michael Quetting, reagierte empört: »Dies ist eine erneute Unverschämtheit und ein peinliches Trauerspiel. Jetzt nimmt man den Beschäftigten in Neunkirchen auch noch ihre geringsten Rechte der Mitbestimmung.« Das Krankenhaus müsse rekommunalisiert und in die Hände der Beschäftigten und Bürger übertragen werden, so Quetting weiter.

Hintergrund ist ein Urteil des Kirchengerichtes, das eine Dienstvereinbarung aus dem Jahre 2018 für nichtig erklärte. Danach hatten das DKN, das Fliedner-Krankenhaus und Fliedner-Hospiz eine Gemeinsame MAV gebildet. Die freigestellten Kollegen müssen nun wieder auf ihren alten Arbeitsplatz. Die gesamte Mitarbeitervertretung ist abgesetzt. Und das geschieht vor dem Hintergrund der nicht geklärten Zukunft. Die Kreuznacher Diakonie will das Krankenhaus verkaufen. Kommt es z. B. zu einem Betriebsübergang, dann gibt es keine Interessenvertretung, heißt es in der Mitteilung. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.11.2021, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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