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Literatur

Natürlich Mercedes

Mercedes Barcha Pardo ist tot. Die Witwe des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez (1927–2014) starb am Sonnabend im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt. Das bestätigte das mexikanische Kulturministerium am selben Tag. Barcha galt als Seelenverwandte und Muse des sozialistischen Schriftstellers, die ihn u. a. zu seinem Hauptwerk »100 Jahre Einsamkeit« inspirierte – und ihm die 18monatige Niederschrift ermöglichte.

Mercedes Raquel Barcha Pardo wurde am 6. November 1932 in Magangué im kolumbianischen Departamento Bolívar geboren. Sie und García Márquez kannten sich seit ihrer Kindheit. Die beiden heirateten am 21. März 1958 in Barranquilla, nach »13jährigem Werben« wie der Schriftsteller später berichtete. 1961 ließen sie sich in Mexiko-Stadt nieder, wo sie bis zuletzt wohnten, obwohl García Márquez zwischenzeitlich unter ärmlichen Verhältnissen als Journalist u. a. in Bogotá, Rom, Paris und New York arbeitete. Das Paar bekam zwei Söhne. 1967 erschien der Roman »100 Jahre Einsamkeit«, ein Welterfolg, der den von García Márquez mitentwickelten »magischen Realismus« popularisierte. Biographen beschreiben die ruhige, aber selbstbewusste Barcha als seine »erste Kritikerin«. García Márquez widmete sein zweites Hauptwerk »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« (1985) »natürlich Mercedes«. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2020, Seite 10, Feuilleton

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