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Fußball

Aber alle oder keiner!

Leipzig. Anlaufende Debatten über die baldige Öffnung der Fußballstadien unter strikten Hygieneregeln stoßen auf vehemente Kritik der organisierten Fans. Am Dienstag hatte die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) eine Rückkehr der Zuschauer in die Stadien für den 1. September in Aussicht gestellt. Die Arenen dürften gemäß den Abstandsregeln nur spärlich gefüllt werden, ergänzte sie. Zudem müssten die Kontakte gegebenenfalls nachverfolgt werden können, und die Anhänger sollten doch bitte »rufen, singen und schreien vermeiden«, so Köpping.

Die Aussicht auf eine Normalisierung solcher »Geisterspiele« vor vereinzelten Zuschauern ist für das Bündnis »Pro Fans« recht bedrohlich. »Wir sehen das sehr, sehr skeptisch und können den Plänen nicht viel abgewinnen«, sagte Sprecher Sig Zelt am Mittwoch. Ein Boykott von Fangruppen sei »durchaus denkbar«. Mehr als wahrscheinlich lässt einen solchen Boykott eine Mitteilung der Ultras von Hannover 96 vom Dienstag erscheinen. Die Niedersachsen sind »gegen personalisierte Tickets, Gästefanverbote sowie gegen die Einführung von Abstands- und Temperaturmessgeräten«. Sie fordern: »Alle oder keiner!« und »Finger weg von Hightech-Scannern und Co.!« Stadien seien bereits Hochsicherheitsareale. Die neue Saison dürfe »erst starten, wenn allen Fans wieder der Zutritt zum Stadion ohne Einschränkungen ermöglicht werden kann. Es muss auf die Bremse getreten werden.«

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Möglich erscheint da eine Allianz mit Gesundheitspolitikern wie Karl Lauterbach (SPD), der am Mittwoch noch einmal unterstrich: »Ich halte Fußballspiele mit Zuschauern für nicht verantwortbar.« (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.07.2020, Seite 16, Sport

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