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115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa

Tripolis. Nach einem schweren Bootsunglück vor der Küste Libyens werden 115 Migranten vermisst. Das sagte ein Sprecher der libyschen Küstenwache am Donnerstag und nährte damit Befürchtungen über den Tod zahlreicher Menschen bei ihrer Fahrt über das Mittelmeer. Nach Angaben der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM) könnten bei dem Unglück noch deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen seien. Es wäre das schwerste Bootsunglück im Mittelmeer im laufenden Jahr.

Die libysche Küstenwache erklärte, mit einigen Fischern 134 Migranten gerettet zu haben. Zudem sei eine Leiche aus dem Wasser geborgen worden. Insgesamt seien 250 Menschen an Bord des Holzboots gewesen, das im Küstenort Al-Chums gestartet war, sagte Marinesprecher Ajub Kassim der Nachrichtenagentur dpa. Laut IOM war aber unklar, ob die Menschen auf einem oder zwei Booten unterwegs waren. Nach Schätzungen der Organisation könnten bis 300 Menschen in Seenot gewesen sein.

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Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi, sprach auf Twitter von der »schwersten Tragödie im Mittelmeer« im laufenden Jahr. Er forderte, die Seenotrettung dort wieder aufzunehmen, die Internierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen zu beenden und mehr sichere Routen aus dem Land zu ermöglichen. »Sonst ist es für viele weitere verzweifelte Menschen zu spät«, schrieb Grandi.

Derzeit sind keine privaten Rettungsschiffe in dem fraglichen Seegebiet unterwegs. Die deutsche Organisation Sea-Eye kündigte allerdings am Donnerstag an, mit der »Alan Kurdi« in Richtung der Rettungszone vor der libyschen Küste aufzubrechen. Dort werde sie voraussichtlich Dienstag eintreffen, erklärte die Regensburger Organisation. (dpa/jW)

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Erschienen am 26.07.2019, Ausland

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