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08.04.2019
- → Feuilleton
Drei Saiten für den Mainstream
Die Max-Schmeling-Halle ist nicht das natürliche Biotop von Seasick Steve. Aber nichts, was nicht zu bewältigen wäre für einen, der als Hobo übers Land gezogen, mehrmals Knäste von innen gesehen und erst in den 2000ern sein erstes Album veröffentlicht hat. Ein Spätzünder, auch wenn er Gitarre spielt, seit er laufen kann. 78 Jahre hat Seasick Steve nun schon auf dem nicht vorhandenen Buckel. Jetzt sitzt er auf ganz großer Bühne, sein wackliger Stuhl hat Polsterkissen, die mit Gaffa Tape festgeklebt sind. Improvisation ist alles, Showplattitüden sind absolut verzichtbar für den Mann, der aussieht, als sei er gerade vom Trecker gestiegen. Nur zu Schlagzeugbegleitung lebt er den Blues auf einer dreisaitigen 35-Dollar-Gitarre. Am Samstag in Berlin gab Seasick Steve seinen vorerst letzten Auftritt im Vorprogramm einer deutschen Cowboyshowband. Und die Halle tobte wie selten bei einem Supportact. Anschließend ließen sich The BossHoss abfeiern. (mme)
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