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Brief gegen Zensur

Dem künstlerischen Leiter der Donaueschinger Musiktage, Björn Gottstein, wird in einem offenen Brief politische Zensur vorgeworfen. Mitte Juli lehnte Gottstein, der auch Redakteur für Neue Musik beim Südwestrundfunk ist, eine Uraufführung des deutsch-britischen Komponisten Wieland Hoban zum Gazakrieg 2008/09 ab. Hoban sei 2016 erst gespielt worden, lautete die offizielle Begründung, die Hoban akzeptierte. Später erklärte er in dem offenen Brief, Gottstein habe ihm zu verstehen gegeben, »dass er keine Kritik an Israel toleriere und entsprechend die Aufnahme eines jeden solchen Stücks verhindern würde, das eine solche Kritik beinhalte«. Der Brief gegen derartige Zensur wurde von mehr als 180 Personen unterzeichnet, darunter Noam Chomsky und Slavoj Zizek. Adressat Gottstein sagte zu den Vorwürfen, »nicht der israelkritische Hintergrund des Werks« sei für die Absage wichtig gewesen, »sondern dass ich Wieland Hoban nicht einen zweiten Auftrag geben wollte«. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.08.2018, Seite 10, Feuilleton

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